Neustrelitz l Die Partie im Neustrelitzer Parkstadion vor den fast 2000 Besuchern (darunter rund 800 FCM-Fans) war nichts für Fußball-Ästheten. Vier Tage nach den kräftezehrenden 120 Pokalminuten vom Mittwoch überwogen gegen den Vorjahresmeister Kampf und Krampf. Flüssige Spielzüge blieben über weite Strecken Mangelware. Das erlösende Tor zum knappen Auswärtserfolg, dem ersten Sieg im sechsten Aufeinandertreffen des FCM mit der TSG (zuvor drei Niederlagen, zwei Remis), erzielte Nico Hammann, der in der 32. Minute einen an Christian Beck verwirkten Foulelfmeter unhaltbar für den Neustrelitzer Ersatzkeeper Daniel Strähle in die Maschen hämmerte (Stammtorhüter Daniel Bittner hatte sich ohne Einwirkung von Beck bei einem verunglückten Abstoß am Knie verletzt).

FCM-Coach Jens Härtel ("Wir haben zuletzt 14 Tage am Stück hart gearbeitet und drei Spiele gehabt") gab seiner Elf voll Erleichterung Montag und Dienstag trainingsfrei. Der 45-Jährige hob den "Willen, die Mentalität und die Einsatzbereitschaft" seiner Schützlinge hervor und ergänzte: "Wir haben ein schwieriges Spiel gewonnen." Schwierig auch, weil sich Steffen Puttkammer im Abschlusstraining eine Verhärtung des Gesäßmuskels zugezogen hatte. Für ihn spielte Christopher Handke. Und auch die vom Pokal-Mittwoch "geschlauchten" Lars Fuchs und Nicolas Hebisch wurden anfangs durch Marcel Schlosser und Kevin Kruschke ersetzt.

Schwer tat sich der Spitzenreiter der Regionalliga Nordost allemal. Mit Powerfußball suchten die Elbestädter eine schnelle Führung. Ehe die Gastgeber zum ersten Mal gefährlich vor dem FCM-Kasten auftauchten, scheiterte Beck zweimal per Kopf (8./9.).

Doch dann musste Jan Glinker einen Pütt-Flachschuss um den Pfosten lenken (24.). Das Tor des Tages fiel schließlich durch eine Standardsituation. Nicht nur dem Schützen Nico Hammann, der zuletzt im Pokal nur den Pfosten getroffen hatte, fiel ein Stein vom Herzen: "Klar, hatte ich mir in den vergangenen Tagen sehr viele Gedanken gemacht. Doch der Trainer hat mir sein Vertrauen ausgesprochen, und ich habe keine Sekunde gezweifelt, dass ich den Elfer reinmache."

Mit wütenden Angriffen versuchten die Gastgeber, das Ruder noch einmal herumzureißen. Der FCM stand aber im zweiten Abschnitt tief gestaffelt. Dass es am Ende nicht zu einer Punkteteilung oder Ärgerem kam, war der aufopferungsvoll mit Mann und Maus verteidigenden Gästeelf, aber auch dem Neustrelitzer Unvermögen zu verdanken.

Neustrelitz: Bittner (17. Strähle) - Zolinski, Müller, Franke, Pütt - Weidlich, Trkulja, Adamyan, Viteritti (68. Diouf) - Yao, Behnke (73. Schied)
FCM: Glinker - Butzen, Bankert, Handke, Schiller, Hammann - Reimann, Sowislo, Kruschke (68. Schröter), Schlosser (68. Fuchs) - Beck (80. Hebisch)
Schiedsrichter: Stolz (Pritzwalk). Zuschauer: 1908. Tor: 0:1 Hammann (32./Foulelfmeter). Gelb: Müller, Zolinski, Behnke, Trkulja / Hammann, Schlosser, Butzen, Fuchs hier