Magdeburg l An das Gefühl nach seinem ersten Tor, Mitte der 90er Jahre, damals im Trikot des Borntaler SV, kann sich Christian Beck nicht mehr erinnern. Es muss aber beim heute 27-Jährigen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Eigentlich hatte Beck damals im Erfurter Vorort-Club als Torwart gespielt, ehe ihn sein Jugendtrainer in den Sturm stellte. Da spielt Beck noch immer und hat sich zu einem der besten Angreifer der 4. Liga entwickelt. "Über Tore kann ich mich immer noch freuen, egal, ob es das erste oder das 50. Tor ist", sagt Beck.

Sein Treffer am Sonntag zum 4:1-Endstand beim Auswärtssieg des 1. FC Magdeburg bei den Hertha-Bubis war das 50. Punktspieltor für den 1,96 Meter großen Schlaks, der in der Winterpause 2012/13 von Germania Halberstadt zum 1. FC Magdeburg wechselte. Mit damals acht Toren in der Rückrunde deutete er bereits seine Klasse an.

Nun steht er zum zweiten Mal vor dem Gewinn der Torjägerkanone: In der Vorsaison kam Beck auf 22 Treffer, in dieser Runde kommt er vor der letzten Partie am Sonnabend gegen Viktoria Berlin auf 20 Tore - und führt klar vor seinen Verfolgern Tugay Uzan (Union Berlin II) und Velimir Jovanovic (FC Carl Zeiss Jena). Beide haben 15 Treffer. Mit 50 Toren in 72 Punktspielen ist Beck übrigens in prominenter Gesellschaft: Zuletzt war dies FCM-Legende Wolfgang Steinbach beim 7:2-Sieg in Suhl geglückt - am 29. August 1984.

Becks Quote ist umso bemerkenswerter, weil der Stürmer in dieser Saison sein Spiel unter Trainer Jens Härtel umstellen musste und wie die Mannschaft erst Mitte der Hinrunde in Schwung kam. "Ja, es stimmt, unter Vorgänger Andreas Petersen hatte ich mehr Freiheiten", sagt Beck, der jetzt mit hohem Laufaufwand nach Ballverlust die Abwehrarbeit einleitet. "Christian arbeitet als Pressingspieler sehr gut gegen den Ball", lobt Härtel, der neben den Vollstrecker- auch Becks Vorbereiter-Qualitäten schätzt.

"Natürlich wird man als Stürmer vor allem an seinen Toren gemessen. Meine Bilanz ist schon sehr, sehr gut", sagt der Stürmer bescheiden selbstbewusst, der den trainingsfreien Dienstag mit aktiver Erholung im Erlebnisbad Nautica verbrachte. Wichtiger aber als die eigene Torquote, die der 1. FC Magdeburg kürzlich mit einer lukrativen Vertragsverlängerung bis 2016 honorierte, ist aber der Erfolg der Mannschaft.

Und da steht nach der Meisterschaft jetzt gegen Kickers Offenbach der Sprung in die 3. Liga auf der Agenda. "Natürlich wollen wir jetzt aufsteigen. Wer dazu die nötigen Tore schießt, ist egal", sagt Beck. Man muss aber kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass Treffer von Beck die Aufgabe gegen den Südwest-Meister erheblich erleichtern würden - seine Leidenschaft könnte beim Gegner große Leiden schaffen ...