Magdeburg l Der DFB hatte die Bedingungen für die dritthöchste Spielklasse in Deutschland verschärft und den frischgebackenen Meister der Nordost-Staffel damit in Zugzwang gebracht. Es gilt, bis zum 28. Mai verbindliche Sponsorenverträge in Höhe von 1,8 Millionen Euro nachzuweisen. Diese Bedingung, vom DFB erst Mitte April mitgeteilt, wurde jetzt erfüllt, nachdem zuletzt noch 500 000 Euro fehlten.

Mario Kallnik, beim Club für Finanzen verantwortliches Präsidiumsmitglied, erklärte nicht ohne Stolz: "Wir können mit dem heutigen Tag verkünden, dass uns alle Verträge in der geforderten Höhe vorliegen. Sie werden jetzt noch von unserem Wirtschaftsprüfer zertifiziert und anschließend an die DFB-Zentrale nach Frankfurt am Main geschickt. Ich glaube, es versteht sich von selbst, dass wir alle erleichtert sind." Und: "Natürlich wird der DFB die Unterlagen kritisch unter die Lupe nehmen, aber wir sind sehr optimistisch, dass sie akzeptiert werden."

Der 40-Jährige sprach in diesem Zusammenhang seinen ausdrücklichen Dank in Richtung regionaler Wirtschaft und Marketing-Mitarbeiter aus. Beide, so Kallnik, hätten in Rekordtempo dafür gesorgt, dass die Summe aufgebracht werden konnte.

Einher mit der Unterstützung geht für Kallnik die Erkenntnis, "dass Profifußball in Magdeburg wirklich gewollt ist". Wobei er stets Wert da-rauf legt, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen müssen, also Verein, Sponsoren und Fans in einem Boot sitzen.

Willkommener Nebeneffekt: Dem FCM haben sich kurzfristig 15 neue Sponsoren angeschlossen.

Auf die Frage, was passiert, wenn der Aufstieg in die dritte Liga nicht gelingt, antwortete Kallnik: "Die meisten Verträge behalten auch für die vierte Liga Gültigkeit." In einigen Fällen würden die Zuwendungen geringer ausfallen.

Bei aller Freude über die spontane Unterstützung dürfe man, so Kallnik, jedoch nicht außer Acht lassen, dass der FCM bundesweit trotzdem hinterherhinkt, was Drittliga-Finanzen in Deutschland anbetrifft: "Wenn wir das mit anderen Vereinen vergleichen, ist das nicht viel Geld. Von der Wirtschaftskraft her würden wir sogar auf einem Abstiegsrang stehen. Das heißt, wir sind gefordert, uns noch stärker zu engagieren."

Derzeit sind es "nur" zehn Unternehmen, die den Club mit einer Summe von mehr als 50 000 Euro unterstützen. Diese Zahl, so der Ex-Kapitän, sei ausbaufähig.

Marketing-Geschäftsführer Stephan Lietzow hob den starken Rückhalt in der Region hervor: "Wir werten die Zusagen binnen kürzester Zeit als ein Zeichen des Vertrauens in die handelnden Personen im Verein."

FCM-Fanclub in Hanoi

Ralf Dobberitz ist dieser Tage mit einer besonderen Aufgabe betraut. Seit Mittwoch und noch bis Sonntag begleitet der FCM-Fanbeauftragte den 60-jährigen Vietnamesen Khoa aus Hanoi und seine Frau. Khoa war 1974 Student in Magdeburg und kennt die Ex-FCM-Spieler Jürgen Pommerenke, Martin Hoffmann und Wolfgang Seguin persönlich. Der Bau-Ingenieur wird sich das heutige Spiel gegen Viktoria Berlin ansehen und will, zurück in Vietnam, einen FCM-Fanclub gründen.