1. FC Magdeburg und Kickers Offenbach im Vergleich

Vereinsgründung: FCM 1965 / OFC 1901
Mitglieder: FCM: zirka 2000 / OFC: zirka 2600

Größte Erfolge: Der FCM schrieb 1974 Geschichte mit dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger. Die Kickers holten sich 1970 als Zweitligist den DFB-Pokal, in sieben Bundesliga-Spielzeiten war der OFC fünfmal Tabellenführer.

Stadion:
Die MDCC-Arena wurde 2006 am Standort des ehemaligen Ernst-Grube-Stadions erbaut (Fassungsvermögen: 25.300). Die Sparda-Bank-Hessen steht seit 2012 an der Stelle des früheren Bieberer Bergs (20.500).

Magdeburg l Letzte Tickets für den ersten Teil des zu erwartenden Aufstiegsdramas in der MDCC-Arena (Anstoß 19 Uhr) sind an einigen Vorverkaufsstellen noch erhältlich. 23 500 Zuschauer, davon 2000 aus Offenbach, dürften somit für eine stimmungsgewaltige Kulisse sorgen. Das Rückspiel am Sonntag, 31. Mai (14 Uhr) ist mit 20 500 Zuschauern ausverkauft. Die FCM-Fan-Gemeinde setzt darauf, dass Jens Härtel wie schon in den vorherigen Pokal-Hits gegen höherklassige Teams das richtige Rezept findet. Kapitän Marius Sowislo sprach gestern bei der Pressekonferenz gar von einem Masterplan ("Unser Trainer hat das bislang immer hinbekommen.").

Wie der freilich aussieht, darüber kann nur spekuliert werden. Der FCM-Übungsleiter machte jedoch interessante Andeutungen: "Wir haben den Gegner zwar nicht live beobachtet, uns aber bei der Videoanalyse auf fünf Spiele konzentriert und erkannt, wo der Gegner Probleme hat." Ein anderer Aspekt: "Es geht bei Null los. Das macht die Aufgabe für Offenbach psychisch noch etwas schwerer als für uns, weil wir nicht so zeitig Meister waren und fast bis zuletzt unter Druck gestanden haben."

Von Bedeutung für den Trainer ist auch, dass sein eisenharter Innenverteidiger Felix Schiller nach überstandener Sprunggelenksverletzung wieder mittrainiert und zur Verfügung steht. Es ist davon auszugehen, dass der 25-Jährige zur Anfangsformation gehört. Wer noch, darüber hüllte sich Härtel in Schweigen. Nur so viel: Der Chefcoach kündigte "keine großen Überraschungen" an. Ohnehin wäre es aus seiner Sicht völlig verkehrt, gerade jetzt etwas umzustoßen: "Wir werden unsere Art und Weise, wie wir Fußball spielen, nicht ändern, denn sie hat uns dahin gebracht, wo wir sind."

Das sah noch Mitte des ersten Halbjahres ganz anders aus, als der Club auf den zwölften Rang zurückgefallen war. Daran erinnerte Sowislo: "Wir haben uns von Tiefschlägen nicht beirren lassen und nicht in die Tasche gelogen, sondern an einem Strang gezogen. Das Ergebnis sieht man jetzt." Vielleicht auch ein gutes Omen für das heutige Duell.

Der Saison-Höhepunkt 2014/15 ist nicht zuletzt auch ein Verdienst von Sportchef Mario Kallnik. Er war es, der Härtel zu Saisonbeginn von RB Leipzig nach Magdeburg gelotst und stets zum Trainer gehalten hatte: "Nun soll die Mannschaft, die sich kontinuierlich gesteigert hat, diese beiden Spiele richtig genießen und Freude daran haben."