So lief die erste Halbzeit


  • 1. Minute: Nach Foul an Sowislo zeigt der Unparteiische Offenbachs Modica ganz früh die erste Gelbe Karte.

  • 16. Minute: Langer Pass von Hammann auf Hebisch, der den Ball klasse im Strafraum annimmt, dann aber knapp das Tor verfehlt.

  • 17. Minute: Ein strammer Schuss von Fuchs wird zur Ecke abgewehrt.

  • 22. Minute: Hektik nach einem Eckball für die Gäste: Gegenstände werden aufs Feld geworfen. Schiedsrichter und Stadionsprecher beruhigen die Gemüter.

  • 35. Minute: Gefahr für die Elbestädter, doch der aufmerksame Handke rettet per Kopf gegen Offenbachs "Knipser" Cappek zur Ecke.

  • 40. Minute: Tor für den FCM! Beck setzt sich resolut auf der linken Seite durch und bedient in der Mitte Hebisch, der aus kurzer Distanz keine Mühe hat. Proteste der Gäste, Beck habe vorher Gjasula weggeschoben, ignoriert der Schiedsrichter.

  • 45. Minute: Jubel beim Pausenpfiff, der Club führt 1:0.


So lief die zweite Halbzeit

  • 49. Minute: Es geht gleich wieder zur Sache. Butzen bringt Pintol zu Fall, der muss behandelt werden.

  • 53. Minute: Der FCM unter Druck, verhindert nach Standardsituationen mit Glück und Geschick den Ausgleich.

  • 55. Minute: Konter von Beck, der wieder über links unterwegs ist und dessen Schuss zur Ecke geklärt wird.

  • 59. Minute: Erneut Gelb für die Hessen (Schwarz).

  • 60. Minute: Nun auch eine Verwarnung für den FCM (Hebisch), der nach Puttkammer-Fehlpass einen OFC-Angriff regelwidrig unterbindet.

  • 66. Minute: Überzahlchance für Offenbach nach schnellem Angriff, doch Cappek ist abseits.

  • 73. Minute: Cappek trifft, steht jedoch erneut im Abseits.

  • 75. Minute: Gute FCM-Konterchance, doch Hebisch spielt zu schlampig auf Beck, so dass Offenbach klären kann. Auch danach mehrfach unglücklich.

  • 90.+3. Minute: Sowislo trifft den Pfosten, im Nachsetzen scheitert Beck.

  • 90.+4. Minute: Abpfiff.


1. FC Magdeburg in der Einzelkritik


  • Matthias Tischer: Gewohnt sicher auf der Linie, strahlte zudem die nötige Ruhe aus. In der Spieleröffnung nicht immer souverän. Note: 2

  • Christopher Handke: Stets aufmerksam, kopfballstark, mitverantwortlich dafür, dass am Ende hinten die Null stand. Note: 2,5

  • Steffen Puttkammer: Als Abräumer wieder eine Bank in der Abwehr, prima Stellungsspiel. Nach vorne mit wenigen Impulsen. Note: 2,5

  • Felix Schiller: Schonte einmal mehr weder sich noch den Gegner. Warf sich in alle Bälle hinein. Note: 2

  • Nico Hammann: Wie immer ein Aktivposten in der Elf. Verlässt den Club, hält sich aber an das Versprechen, bis zuletzt alles zu geben. Note: 2

  • Nils Butzen: Klasse-Leistung vor allem in der ersten Hälfte. Wird unter Trainer Jens Härtel immer mutiger. Note: 2

  • Sven Reimann: Unauffällig, aber laufstark, ging auch in den Zweikämpfen nicht zimperlich zur Sache. Nur ganz wenige Fehler. Note: 2,5

  • Marius Sowislo: Ein würdiger Kapitän, der wie immer voranging. Hatte viele gute Szenen. Note: 2

  • Nicolas Hebisch: Erzielte zwar das einzige Tor. Es war aber deutlich mehr drin. Im Abschluss zuweilen zum Haareraufen. Note: 3,5

  • Lars Fuchs: Hatte schon nach einer Viertelstunde muskuläre Probleme, was ihn offenbar doch behinderte. Nicht so effektiv wie gewohnt. Note: 3

  • Christian Beck: Ein ständiger Unruheherd, spulte ein enormes Pensum runter und bereitete den Führungstreffer mustergültig vor. Note: 2,5

  • Tarek Chahed (kam in der 75. Minute für Fuchs): Fügte sich gut ein. Ein Erlebnis für den Youngster, in solch einem Spiel mitwirken zu können. Note: -

  • Silvio Bankert (kam in der Nachspielzeit für Hebisch): Ebenso nicht zu bewerten.

Magdeburg l Der 1. FC Magdeburg darf weiter von der 3. Liga träumen, hat aber mindestens noch mal 90 ganz harte Minuten vor sich. Dank eines Treffers von Nicolas Hebisch (40.) siegten die Magdeburger im Relegations-Hinspiel gegen den Südwest-Meister aus Offenbach verdient mit 1:0.

Beck hatte sich zuvor an der Außenlinie sehr körperbetont gegen OFC-Routinier Klaus Gjasula durchgesetzt. Als der Pfiff von Schiedsrichter Thomsen (Kleve) ausblieb, musste Hebisch nur noch einschieben. Weitere gute Konterchancen in der Schlussphase in einem teilweise hitzigen und emotionsgeladenen Spiel (siehe Spielfilm) ließ der FCM ungenutzt.

Beck mit vorsichtigem Optimismus

"Wenn man die Chancen sieht, ist das eine Tor vielleicht ein bisschen zu wenig für uns. Deshalb bin ich nicht ganz zufrieden", resümierte Trainer Jens Härtel nach dem intensiven Spiel. "Das Ding ist noch lange nicht durch", so der FCM-Coach weiter. Immerhin liegt ein kleiner Vorteil jetzt auf Seiten der Magdeburger.

Das Tor wollte Härtel nicht bewerten: "Es gab auf beiden Seiten strittige Situationen." Offenbachs Trainer Rico Schmitt sagte: "Das war Werbung für den Fußball. Wir waren einen Tick zu offen, haben uns etwas von der Atmosphäre anstecken lassen. Magdeburg hat verdient 1:0 gewonnen. Wir hatten nicht die ganz klaren Chancen. Sonntag wird eine ganz, ganz enge Kiste."

"Wir haben jetzt eine gute Ausgangsposition, mehr nicht", erklärte FCM-Torjäger Christian Beck. "Wichtig ist, dass wir zuhause kein Gegentor bekommen haben." Lars Fuchs, der sich nach anfänglichen muskulären Problemen durchkämpfte und eine Viertelstunde vor dem Ende vom Feld ging, sah ebenfalls deutliche Chancenvorteile bei den Gastgebern: "Am Ende müssen wir 2:0, 3:0, sogar 4:0 gewinnen. Der OFC ist gut bedient. Das 1:0 ist aber trotzdem ein gutes Ergebnis für uns, weil wir auswärts immer für ein Tor gut sind. Und dann muss Offenbach schon dreimal treffen."

Aufstiegshoffnungen für den 1. FC Magdeburg

Torschütze Nicolas Hebisch trauerte seiner Großchance in der zweiten Halbzeit hinterher. "Ich habe zwar das Siegtor geschossen, aber leider in zwei Situationen versagt. Trotzdem ist das 1:0 eine gute Ausgangsposition", sagte Hebisch.

Dirk Roswandowicz, ehemaliger FCM-Spieler und Präsident des SC Magdeburg, freute sich über das Ergebnis: "Das ist ein sehr gutes Ergebnis, damit kann der FCM aufsteigen. Mir hat imponiert, dass eine Mannschaft beim FCM auf dem Feld gestanden hat."

FCM-Trainer Härtel wählte eine offensive Taktik, schickte neben Beck mit Hebisch einen zweiten etatmäßigen Angreifer mit auf das Feld. In der Abwehr erhielt überraschend Christopher Handke den Vorzug vor Silvio Bankert, der mit den Folgen einer Magen-Darm-Infektion zu tun hat.

Die Entscheidung darüber, ob der FCM erstmals seit der Wende den Sprung in den Profi-Fußball schafft oder ob die Kickers nach dem Zwangsabstieg vor zwei Jahren in die 3. Liga zurückkehren, fällt Sonntag. Das Rückspiel auf dem Bieberer Berg ist mit 20.500 Zuschauern ausverkauft. Der FCM reist bereits am Freitag nach Hessen.

FCM: Tischer - Handke, Puttkammer, Schiller - Butzen, Sowislo, Fuchs (75. Chahed), Reimann, Hammann - Hebisch (90. +3 Bankert), Beck

Kickers Offenbach: Endres - Modica, Maier, Schulte, Mangafic - Gjasula - Schwarz (88. Korb ), Pintol, Cappek, Roeser (73. Bäcker) - Müller (90. +1 von der Burg)

Schiedsrichter: Dr. Thomsen (Kleve). Zuschauer: 23 139 (ausverkauft). Tore: 1:0 Hebisch (40.). Gelb: Hebisch, Handke / Modica, Schwarz, Gjasula