Magdeburg l Er ist zwar mit 1,70 Meter der Kleinste, will aber groß rauskommen: FCM-Neuzugang Marcel Schlosser hat für die Regionalliga-Saison 2014/15 nur ein Ziel - den Aufstieg. "Magdeburg gehört nicht in die vierte Liga, hat mit seiner Stadt, dem Stadion, den Super-Fans und dem ganzen Umfeld das Zeug zu Höherem", sagt der 26-Jährige, der vom FC Carl Zeiss Jena zu den Elbestädtern wechselte.

Aber warum gerade jetzt der Weggang aus Jena, wo doch der belgische Investor Roland Duchateles in den nächsten Jahren Millionen in den Verein pumpen und ihn wieder zurück in den bezahlten Fußball holen will? Schlosser glaubt, dass die sportliche Perspektive beim FCM besser ist: "Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen. Magdeburg hat sich sehr gut entwickelt in den letzten beiden Jahren, vor allem zum Ende einer Saison nicht komplett die Mannschaft ausgetauscht, sondern sich gezielt verstärkt. Nur so steigt man auf." Schlosser hebt in diesem Zusammenhang besonders Sportchef Mario Kallnik hervor: "Er lebt hier den Fußball vor und hat sich sehr um mich bemüht."

Und es gab noch einen weiteren wesentlichen Grund, in Magdeburg anzuheuern - Trainer Jens Härtel. "Ich habe mit verschiedenen Spielern gesprochen, die schon unter ihm gearbeitet haben. Er ist in der Lage, aus wenig sehr viel zu machen", erzählt Schlosser, der sich bislang bestätigt sieht: "Er arbeitet absolut professionell. Wenn es uns gelingt, sein System umzusetzen, schaffen wir es." Wie dieses System konkret aussieht, wollte Schlosser indes nicht sagen, um der Konkurrenz nicht zu viel zu verraten.

Apropos Konkurrenz: Am ehesten traut Linksfuß Schlosser seinem Ex-Verein Jena, Aufsteiger BFC Dynamo und Wacker Nordhausen zu, dem FCM das Leben schwerzumachen: "Dabei habe ich besonders Dynamo auf der Rechnung, die eine bärenstarke Oberliga-Saison hingelegt haben und weitgehend zusammengeblieben sind."

Und wie sieht der 26-Jährige seinen eigenen Part beim FCM? "Ich bin gerne bereit, Verantwortung im Team zu übernehmen. Eine Führungsrolle hatte ich zuletzt in Jena auch. Wobei meine Lieblingsposition die linke Mittelfeldseite ist." Angst vor Mitbewerbern wie Christopher Reinhard hat er dabei nicht. "Das stört mich keineswegs. Wie heißt es doch so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt er selbstbewusst.

Nur mit seiner Rückennummer 10, die ja auch eine gewisse Wertschätzung beinhaltet und viele berühmte Mittelfeldspieler getragen haben, kann er sich nicht so recht anfreunden: "Die ,10` wollte ich eigentlich gar nicht haben. Ich hätte gerne die ,31` genommen, weil an dem Tag meine Tochter geboren ist. Aber die gab`s leider nicht."