Magdeburg l Als Gast des XIV. Matthias-Pape-Gedächtnisturniers unternahm der Wahl-Berliner Maik Franz am Sonntag einen kurzen Abstecher in seine frühere sportliche Heimat. "Matthias Pape habe ich viel zu verdanken, er hat mich von Germania Halberstadt nach Magdeburg geholt", erinnert sich der heutige 33-jährige, 191-fache Bundesliga-Spieler an den 1998 durch den damaligen A-Junioren-Trainer des FCM eingefädelten Wechsel vom Vorharz an die Elbe.

Unter Pape, der 2001 im Alter von nur 29 Jahren an einer unheilbaren Krankheit verstarb, entwickelte sich Maik Franz zu einem Innenverteidiger von Format. Der 1,90-Meter-Hüne war maßgeblich am Regionalligaaufstieg 2001 beteiligt, wechselte dann aber zum VfL Wolfsburg in die Bundesliga, spielte später für den Karlsruher SC, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC.

Am Sonntag bei der Siegerehrung - Borussia Dortmund holte durch ein 4:1 über die TSG Hoffenheim den Cup - gab Franz den C-Junioren gleich einen Tipp mit auf den Weg: "Ich kann euch Jungs nur raten, hört auf eure Trainer, die prägen euren Weg."

Franz selbst hat schon längere Zeit nicht mehr an den Ball getreten. Nach mehreren schweren Verletzungen und einer Rückversetzung in die U 23 von Hertha BSC sowie Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht wurde der Profivertrag im Mai 2014 aufgelöst. Nach einer Arthroskopie am rechten Knie macht er derzeit noch Reha in Berlin, ist praktisch vereinslos.

Sein persönliches Glück hat der einstige FCM-Kicker, dessen Herz immer noch ganz klar blau-weiß schlägt und der am Sonntag durch seinen einstigen A-Jugend-Betreuer Bodo Meyer eingeladen wurde, aber dennoch in Berlin gefunden. Seit drei Wochen sind Maik Franz und seine Verlobte Eva stolze Eltern des kleinen Mian.

"Darum habe ich auch gar nicht viel Zeit, muss schnell zurück zum Babydienst nach Berlin", erklärte der Ex-Profi schmunzelnd, ließ es sich aber nicht nehmen, bei der Siegerehrung mitzuwirken und im VIP-Raum der Hermann-Gieseler-Halle den ein oder anderen Smalltalk mit einstigen Weggefährten zu führen.

Dass es den früheren U-21-Nationalspieler immer noch juckt, wieder an den Ball zu treten, wenn er denn wieder fit ist, daraus machte der Wahl-Berliner auch am Sonntag kein Geheimnis. Ob das aber jemals wieder bei seinem Lieblingsverein FCM ist, ließ "Iron-Maik" offen.