Magdeburg | Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat sich mit Fabian Zittlau von Eintracht Trier für die linke Abwehrseite verstärkt. Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann sprach mit dem 24-jährigen gebürtigen Salzwedeler, der beim Test gegen Förderstedt (6:1) erstmals für die Elbestädter auflief.

Trier hat Sie trotz laufenden Vertrages und sportlich ungewisser Zukunft (Abstiegsgefahr), noch dazu als Kapitän, ziehen lassen. Das war nicht selbstverständlich, oder?

Fabian Zittlau: Keinesfalls. Ich hatte zwar erstmals im Oktober darum gebeten, mich umschauen zu dürfen, aber der Verein hätte auch ,Nein` sagen können. Vielleicht lag es am Ende daran, dass ich in den vier Jahren, in denen ich eine richtig gute Zeit hatte, alles gegeben habe. Geflüchtet bin ich jedenfalls nicht.

Apropos vier - Sie waren zuvor bei Hansa Rostock (2006 - 2010) und dem FCM (2002 - 2006) ebenfalls vier Jahre. Der Ruf eines Wandervogels eilt Ihnen also nicht voraus ...

Zittlau: Wenn ich mich für einen Verein entschieden habe, sollte das schon längerfristig sein. Ich will schließlich sportlich etwas erreichen.

Warum nun gerade der FCM?

Weil ich den Werdegang seit längerem genau verfolge und glaube, dass der Club großes Potenzial hat. Ein Wechsel beispielsweise zu einem anderen Südwest-Regionalligisten war nie ein Thema für mich. Außerdem spielte natürlich eine Rolle, dass Eltern und Freunde in der Nähe wohnen.

Sie haben also nicht lange überlegt, als das Angebot kam?

Definitiv nicht.

Magdeburg kann auch ein heißes Pflaster sein. Wenn`s läuft, ist die Euphorie groß, wenn nicht, schlägt die Stimmung schnell um. Sind Sie sich da-rüber im Klaren?

Absolut. Außerdem war das in Trier, wo in vier Jahren 120 Spieler gekommen und gegangen sind, ähnlich, vielleicht nicht ganz so extrem.

Wie sehen Ihre Ziele aus?

Zittlau: Ich will nicht zu weit im Voraus planen, sondern mir erst einmal ein Bild machen, mich integrieren und hart arbeiten. Der Rest ergibt sich dann hoffentlich von alleine.

Auf welcher Position fühlen Sie sich am wohlsten?

Ich bin da nicht auf nur eine Position fixiert, habe in Trier auch schon in der Innenverteidigung und im linken Mittelfeld gespielt.

Und wie sieht Ihre Fußball-Philosophie aus?

Erste Priorität ist für mich: Die Null muss hinten stehen. Außerdem möchte ich mich über Ballgewinne ins Offensivspiel einbringen. Eine meiner Stärken ist sicherlich die Schnelligkeit.

Gibt es außer Fußball noch ein zweites Standbein?

Ja. Ich studiere Medien-Wissenschaften. Mir fehlt noch eine Klausur in Trier, dann habe ich den Bachelor in der Tasche und mehr Ruhe, so dass ich mich voll auf Fußball konzentrieren kann.