Magdeburg l Die Ladefläche seines Transporters ist fast bis unter das Dach gefüllt, als Heiko Horner am Freitag das Stadiongelände in Magdeburg mit Ziel Novo Sancti Petri in Spanien verlässt: 36 Bälle, 15 Medizinbälle, zehn Mauer-Stecklinge, vier Kraftschlitten, zwei Sätze Spielkleidung, Hütchen, Stangen, dazu einige persönliche Taschen von Spielern und Betreuern - ein Trainingslager soll schließlich kein Urlaub sein. Trainer Jens Härtel hat dem 48-Jährigen, der seit 2000 als Mannschaftsleiter und Zeugwart hauptamtlich beim Viertligisten arbeitet, eine lange Liste mit für Andalusien notwendigen "Arbeitsutensilien" aufgegeben.

2800 Kilometer liegen vor dem Magdeburger, über Aachen, Paris und Bordeaux geht es nach Spanien, dort bis fast an die Südspitze an den Atlantik. "Sonntagmittag möchte ich spätestens ankommen", berichtet Horner. Etwas unerwartet hat Horner einen Beifahrer bekommen: Jan Glinker, Torwart des Tabellendritten. Der 31-Jährige hat Flugangst, hat bei seinem Ex-Verein Union Berlin sogar schon ein Seminar gemacht, um seine Phobie zu überwinden. Vergeblich. "Wir werden uns beim Fahren abwechseln. So wird es nicht ganz so stressig. Die Strecke ist schließlich kein Pappenstiel", sagt Horner.

In Novo Sancti Petri hofft Horner auf etwas weniger Stress - vor allem beim täglichen Kampf gegen die Wäscheberge. Normalerweise laufen am Tag 15 Waschmaschinenladungen mit Trikots, Hosen, Stutzen, Handtüchern und und und. Und die gleiche Menge durchläuft die Trockner. "Ich denke, das Hotel hat einen Wäscheservice", hofft Horner. Sein Tipp für die Hausfrau zu Hause: "Aus Weißem lässt sich sehr gut Graues machen."

Keiner ist seit Jahren so nah an der Mannschaft wie Horner, keiner bekommt so schnell Spannungen und Schwingungen in der Kabine mit wie er. "Ich habe diese Saison ein sehr gutes Gefühl, habe schon im Sommer zu meinen Freunden gesagt, dass wir Meister werden. Ob`s dann auch mit der Relegation klappt, muss man sehen", so Horner, dessen Herz seit Kindertagen blau-weiß schlägt und der seine Leidenschaft zum Beruf machen durfte. Deshalb soll möglichst auch nach dem avisierten Aufstieg in Liga drei nicht Schluss sein. "Ich möchte den FCM schon noch in der 2. Liga erleben. Schließlich habe ich auch noch 20 Jahre zu arbeiten", sagt er augenzwinkernd. Und bis dahin wird Heiko Horner weiter waschen, bügeln, legen. Und zur Not auch Torhüter fahren.

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