Magdeburg. Die wichtigste Personalie beim kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg ist laut Neu-Präsident Peter Fechner die des künftigen Sportdirektors. Noch vor seinem Malaysia-Urlaub hatte der 56-Jährige betont: "Auch während meiner Abwesenheit wird hart an dieser Front gearbeitet." Die Volksstimme hörte sich bei möglichen Kandidaten um.

Einen sportlichen Leiter namens Frank Lieberam (48) dürfte es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben. Der ehemalige Spieler und Trainer des FCM signalisierte gestern wie bereits vor drei Wochen "Gesprächsbereitschaft", ist nach eigenen Angaben allerdings in den zurückliegenden Wochen nicht von FCM-Verantwortlichen kontaktiert worden.

Auch der im vergangenen Jahr bei den Blau-Weißen als möglicher Nachfolger für den seinerzeit entlassenen Trainer Steffen Baumgart ins Spiel gebrachte Heiko Weber (45) kommt eher nicht in Frage. "Ich habe im vergangenen Jahr meinen Abschluss als Fußball-Lehrer in Köln gemacht, um künftig wieder eine Mannschaft zu trainieren", sagte Weber, der sich auch vorstellen kann, in einer Kombination als Trainer und Sportdirektor zu arbeiten. Der 45-Jährige bestätigte Kontakte nach Magdeburg ("Schließlich ist der FCM ein interessanter Verein"), eine Anstellung ausschließlich als sportlichen Leiter schloss Weber, der zurzeit ohne Job ist, aber kategorisch aus: "Dann übe ich mich eben lieber noch etwas in Geduld."

Der aus Halberstadt stammende Lutz Lindemann, der in seiner Jugend beim FCM, später bei RW Erfurt und Carl Zeiss Jena spielte, wäre ein weiterer möglicher Kandidat. Der 61-Jährige ist ehrenamtliches Vorstandsmitglied bei Sportfreunde Siegen und Verantwortlicher für die Jugendarbeit. Kürzlich wurde dem Ex-Mittelfeldregisseur beim derzeitigen Tabellensiebten der Nordrhein-Westfalen-Liga (gleichzusetzen mit der NOFV-Oberliga) die Zuständigkeit für den kompletten sportlichen Bereich übertragen. Er verhehlte nicht, die Situation beim FCM "auf Grund meiner Kontakte zu Dirk Heyne und Wolfgang ,Maxe\' Steinbach mit zwei weinenden Augen" zu verfolgen, winkte jedoch gestern mit Vehemenz ab: "Eine Tätigkeit beim FCM kommt für mich nicht in Frage, denn ich fühle mich hier in Siegen sehr wohl."

"Noch keinen Kontakt zum FCM"

Über das nötige Know-how im Ostfußball verfügt auch Joachim Krug, der im Sommer vergangenen Jahres (zusammen mit Trainer Tino Vogel) bei RB Leipzig als sportlicher Leiter entlassen wurde, aber noch einen Vertrag bis 30. Juni besitzt. Das ist auch der Grund, warum sich der 55-Jährige zurückhält: "Ich kann und darf vorerst nichts machen. Es gibt derzeit auch keinen Kontakt zum 1. FC Magdeburg." Das könnte sich aber schnell ändern, denn Krug machte keinen Hehl daraus, dass er ab 1. Juli gerne wieder arbeiten möchte: "Am liebsten als Sportdirektor, auch weil ich denke, dass ich in allen Richtungen über ein gutes Netzwerk verfüge." Und: "Speziell im Osten habe ich während meiner Zeit in Leipzig viele nette Leute kennengelernt."

Den Weg des FCM verfolgt er nach eigenen Angaben recht intensiv, wollte "aber keine Fern-diagnose stellen".

Gedankenspiele, den ehemaligen Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, Klaus Fuchs, die Aufgabe zu übertragen, hatten sich frühzeitig zerschlagen, weil der 59-Jährige aus persönlichen Gründen abgesagt hatte.

Der Wunsch von Fechner ist es, dass der neue starke Mann beim FCM wie er selber zum 15. April seine Tätigkeit aufnimmt. Ob das gelingt, hängt in erster Linie von den jetzigen Gesprächen ab.

Beratend zur Seite könnten Fechner so einflussreiche Personen wie Ex-FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann oder Ex-DFB-Vize Hans-Georg Molden- hauer stehen. Doch während Heynemanns Hilfe offenbar nicht gewollt ist ("Mit mir hat Peter Fechner diesbezüglich nicht gesprochen"), sieht das bei Moldenhauer schon anders aus, der "Gespräche und Anrufe bei ehemaligen Spielern, Sponsoren und Funktionären" bestätigte. Der in der Elbestadt beheimatete Ex-Keeper des FCM-Vorgängers SC Aufbau Magdeburg und ehemalige Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) sagte weiter: "Für mich ist es selbstverständlich, mich beim FCM einzubringen und beratend tätig zu werden." Namen nannte aber auch er nicht.

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