Nach dem 2:1-Überraschungscoup gegen RasenBallsport Leipzig setzte der abstiegsgefährdete Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am Sonn-abend das nächste Achtungszeichen. Die Elbestädter, erstmals mit Neuzugang Shergo Biran im Angriff, kamen beim heimstarken VfL Wolfsburg II zu einem hochverdienten 0:0.

Wolfsburg. "Das war ein weiterer Schritt nach vorn, muss aber natürlich auch der Maßstab für die nächsten Spiele sein. Ein Grund für unsere Leistungssteigerung ist die Tatsache, dass der Kader breiter aufgestellt ist", sagte Kapitän Daniel Bauer und verwies darauf, dass der Club seit nunmehr vier Spielen ungeschlagen sei, die Mannschaft immer an sich geglaubt habe und jeden Gegner schlagen könne.

Es war in der Tat erstaunlich, wie selbstbewusst der zuletzt arg gescholtene FCM in der VW-Stadt auftrat. Beide Teams zeigten eine flotte, abwechslungsreiche und ansehnliche Partie auf Augenhöhe - trotz der extrem schwierigen Platzverhältnisse im Stadion am Elsterweg (Bodenoberfläche seifig, darunter gefroren). Zu keinem Zeitpunkt war erkennbar, dass hier der Dritte gegen den Dreizehnten spielte.

Der FCM stand kompakt, agierte bissig und aufmerksam, zeigte sich vor allem im Spiel ohne Ball verbessert. Nur kurz vor der Pause mussten die Elbestädter bei zwei Wolfsburger Großchancen (knapp vorbei bzw. drüber) zittern.

Auch nach der Pause stand beim FCM hinten die Null, nicht zuletzt, weil Keeper Matthias Tischer in der 62. Minute einen tückischen Klos-Kopfball reaktionsschnell zur Ecke abwehren konnte. Die besten Gelegenheiten für die Gäste ergaben sich kurz vor Schluss. Zunächst verzog der eingewechselte Maik Georgi (im Übrigen aufmerksam von Pablo Thiam, Wolfsburgs sportlichem Leiter der U 23, beobachtet) aus spitzem Winkel (86.), wenig später jagte der aufgerückte Sebastian Sumelka die Kugel aus 15 Metern über den Kasten.

Dementsprechend zufrieden zeigte sich FCM-Trainer Ruud Kaiser: "Wir haben uns mit Kampfgeist und Leidenschaft diesen Punkt redlich verdient. Man darf nicht vergessen, dass Wolfsburg zu Hause noch ungeschlagen ist. Wir hatten sicherlich nicht allzu viele Chancen, der Gegner aber auch nicht."

Das Debüt von Biran bezeichnete Kaiser "als ordentlich, aber noch nicht top". Der Betroffene selbst sagte, dass er absolut happy war, endlich wieder ein Pflichtspiel bestreiten zu können und bezifferte sein momentanes Leistungsvermögen auf 80 Prozent.

In Wolfsburg klar zu erkennen: Mit dem 32-Jährigen verfügt der Club über deutlich mehr Qualität im Angriff, weil er - im Gegensatz zu Denis Wolf (saß 90 Minuten auf der Bank) und dem meist indisponierten Marko Verkic (gar nicht im Kader) - jemand ist, der auch dahin geht, wo es wehtut, und der mit dem Ball umzugehen vermag ...

Wolfsburg II: Deumeland - Schulze, Klamt, Knoche, Ahlschwede, Granatowski (76. Scheidhauer), Schindzielorz, Könnecke, Wolze (56. Kreuels), Polter (71. Fomitschow), Klos

FCM: Tischer - Müller, Halke, Sumelka, Neumann, Wijks, Stiefel (77. Georgi), Bauer, Rodrigues, Becker, Biran (69. Ujazdowski)

Schiedsrichter: Unger (Halle). Zuschauer: 993. Tore: Fehlanzeige. Gelb: Klamt / Halke