Ruud Kaiser, Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, verweist gerne darauf, dass seine Mannschaft gerade gegen die Spitzenteams häufig gute Leistungen gezeigt und auch gepunktet hat (siehe Info-Kasten). Heute (19 Uhr, MDCC-Arena) kann diese Bilanz im Duell mit dem Tabellenzweiten VfB Lübeck weiter verbessert werden.

Magdeburg. Allerdings müssen sich die Elbestädter auf einen heißen Tanz einstellen. Lübeck gilt nicht zu Unrecht als "Mannschaft der Stunde". Seit dem 6. Spieltag - 0:6-Packung am 18. September letzten Jahres in Chemnitz - ist der VfL in nunmehr 15 Partien (!) ungeschlagen (elf Siege, vier Remis) und rechnet sich noch reelle Chancen für Platz eins aus. Am deutlichsten formuliert es der Aufsichtsrats-Vorsitzende Wolfgang Piest: "Wir wollen mit Macht in die dritte Liga." Und auch Trainer Peter Schubert, eher ein Mann der leisen Töne, hat seine Zurückhaltung aufgegeben: "Wir müssen nicht, aber wir wollen aufsteigen." Und weiter: "Wir haben quasi nur noch Endspiele. Deswegen zählt für uns in Magdeburg auch nur ein Sieg."

Der Hauptgrund, warum es mittlerweile so gut läuft: Die Mannschaft strotzt vor Selbstbewusstsein, ist eingespielt und kann heute beim FCM zum vierten Mal in Folge in derselben Startformation auflaufen.

Doch auch der Club hat eine kleine Serie hingelegt (vier Spiele unbesiegt) und zuletzt ansteigende Form erkennen lassen. "Schuld" daran ist nicht zuletzt eine Systemumstellung. So verzichtet Kaiser mittlerweile auf seine "Flügelzange" (Wijks und Georgi) und setzt dafür auf mehr Kompaktheit und Ordnung. "Ich bin ein offensiv eingestellter Coach und will auch am liebsten immer Pressing spielen. Dadurch waren wir aber häufig zu offen. Und wenn man ein paar Mal auf die Schnauze fällt - gerade beim HSV haben wir reihenweise dumme Fehler gemacht - und ausgekontert wird, muss etwas verändert werden", begründete der Holländer seine Maßnahme.

Vieles spricht dafür, dass er sein Team genauso beginnen lässt wie zuletzt in Wolfsburg, als sich der FCM das torlose Unentschieden redlich verdient hatte. Besonders im Blickpunkt dürfte dabei Shergo Biran stehen, der sein Heimdebüt für die Elbestädter gibt und sich natürlich nichts sehnlicher wünscht als einen Treffer.

Kapitän Daniel Bauer gab folgende Devise für das heutige Heimspiel aus: "Wenn die kämpferische Einstellung stimmt, und das war zuletzt der Fall, können wir gegen jede Mannschaft in dieser Liga bestehen."