Wie weit Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg von einer Spitzenmannschaft entfernt ist, wurde am Mittwoch bei der hochverdienten 0:2-Heimniederlage gegen den VfB Lübeck mehr als deutlich. Der Club hatte letztlich keine Chance und konnte von Glück sagen, dass die Gäste so fahrlässig mit ihrer Chancenverwertung umgingen.

Magdeburg. FCM-Kapitän Daniel Bauer traf mit seiner Analyse den Nagel auf den Kopf: "Lübeck war sehr, sehr stark, steht zu Recht so weit oben und hat uns den Schneid abgekauft." So weit, dass sich der Club keine Vorwürfe zu machen habe, weil der Gegner an diesem Tag eine Nummer zu groß war, wollte der 28-Jährige allerdings nicht gehen. Ganz im Gegenteil. "Ich bin ziemlich sauer, weil wir einfach zu wenig Leidenschaft gezeigt haben. Man muss sich nur unser Zweikampfverhalten anschauen", wetterte Bauer.

In die gleiche Kerbe schlug auch Trainer Ruud Kaiser: "Die Qualität von Lübeck war höher, allein das Umkehrspiel überragend. Das hat teilweise richtig weh getan. Gegen einen solchen Gegner hat man nur dann eine Chance, wenn sich alle dagegenstemmen, nicht nur acht, neun Mann." Namen wollte der Holländer allerdings nicht nennen, hob lediglich Bauer hervor, "der bis zum Umfallen gekämpft hat".

Der Betroffene selbst sprach, was den Abstiegskampf anbetrifft, von einem "erneuten Rückschlag". Und weiter: "Gegen Plauen wird sich am Sonntag zeigen, wie wir diese Niederlage verkraftet haben." Um 13.30 Uhr genießt der Club erneut Heimrecht, kann zwar davon ausgehen, dass die Vogtländer nicht die Klasse besitzen wie der seit nunmehr 16 Spielen ungeschlagene Tabellenzweite VfB Lübeck, dennoch dürfte allen Beteiligten klar sein, dass der stets unbequeme VFC Plauen dem Club die Punkte nicht freiwillig überlässt.

Vor allem die Probleme in der Defensive muss der FCM in den Griff bekommen. Kaiser nannte das Verhalten mitunter "amateurhaft" und räumte ein, dass es nach fünf Minuten schon 0:3 hätte stehen können. Immer wieder deckten die Lübecker die Lücken schonungslos auf. Allein Stürmer Bastian Henning vergab reihenweise hundertprozentige Möglichkeiten, ehe ihm kurz vor der Pause doch noch der längst überfällige Führungstreffer gelang. Selbst Trainer Peter Schubert schien angesichts der Leistung seines Teams verblüfft: "Nach dem 0:0 gegen Chemnitz war ich gespannt da-rauf, ob die Jungs gierig und willens genug sind, ihrem Traum dritte Liga weiter zu folgen. Und dann brennen sie eine solche erste Halbzeit ab ..."

Vielleicht ist es aus FCM-Sicht positiv, dass man sich nicht eine ganze Woche mit dieser fast schon deprimierenden Niederlage beschäftigen muss und es am Sonntag weitergeht.