Neuer Trainer, altes Leid: Regionalligist 1. FC Magdeburg konnte auch unter Wolfgang Sandhowe seine Talfahrt nicht stoppen, bezog am Sonnabend beim 0:2 (0:0) bei Hertha BSC II die dritte Niederlage in Folge und schwebt weiterhin in höchster Abstiegsgefahr.

Berlin. Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark wird für den FCM langsam zum Albtraum. Ob gegen Hertha II oder Türki-yemspor - in den vergangenen Jahren kehrten die Elbestädter regelmäßig mit Niederlagen heim, jeweils ohne eigenen Treffer. Am Sonnabend nun folgte die nächste Enttäuschung. Der letzte Sieg resultiert vom 27. April 2007 (2:0 gegen Hertha).

Die Torflaute ist ohnehin das größte Problem des FCM und nimmt langsam beängstigende Formen an. In Berlin ging der Club nun schon zum sechsten Mal (von acht Spielen) nach der Winterpause leer aus. "Natürlich spukt so etwas im Kopf herum, und deswegen versucht man ganz automatisch, dass hinten zunächst die Null steht", räumte der fleißige Mittelfeldakteur Rodrigues ein und ärgerte sich, "dass man bei einem eigentlich typischen 0:0-Spiel doch wieder als Verlierer dasteht".

Vor allem im ersten Abschnitt bot der FCM jederzeit Paroli, besaß in einer allerdings nur mäßigen, mitunter langweiligen Partie sogar die besseren Möglichkeiten. Sandhowe hatte bei seinem Debüt als Cheftrainer zwei feste Spitzen aufgeboten (Wolf und Biran) sowie vier Änderungen vorgenommen - von Beginn an spielten Friebertshäuser, Scharlau, Stiefel und Wolf für Wijks, Georgi und die verletzten Sumelka und Bauer. Bitter: Letzterer fällt laut Sandhowe mit einem Knorpelabriss im Rippenbereich, selber zugezogen im Training, drei bis vier Wochen aus.

Auch nach der Pause tat sich zunächst nicht viel. Mit zunehmender Dauer erspielten sich die Herthaner dann zwar ein leichtes Übergewicht, dennoch hätten die Gäste vermutlich einen Punkt mitgenommen, wenn nicht Tischer ein Patzer unterlaufen wäre. Nach der sechsten Ecke ließ der Keeper den Ball aus den Händen gleiten, und der eingewechselte Boyd erzielte per Abstauber aus kurzer Distanz das späte 1:0 (85.).

Zu diesem Zeitpunkt saß Sandhowe schon nicht mehr auf der Trainerbank. Der Unparteiische hatte ihn auf die Tribüne verwiesen (70.). Der FCM-Coach sprach hinterher von einem Missverständnis: "Der Schiri fühlte sich diskreditiert. Mir war beim Wegdrehen eine Flasche aus der Hand gefallen. Gesagt hatte ich wirklich nichts."

Dass in der Schlussminute nach einem Abwehrfehler und sehenswerten Schlenzer von Morales gar das 2:0 fiel, hatte nur noch statistischen Wert.

Sandhowe war dennoch nicht unzufrieden: "Wir haben in der ersten Hälfte sehr diszipliniert gespielt, den jeweils Ballführenden attackiert und Chancen zur Führung gehabt. Nach der Pause konnten wir dann aber nicht mehr an unsere Linie anknüpfen."

Hertha BSC II: Burchert - Scheel, Brooks, Morack, Holland, Morales, Dardai, Knoll, Neuendorf (33. Scheffler), Schulz, Kargbo (70. Boyd)

FCM: Tischer - Köhne, Halke, Friebertshäuser, Neumann, Scharlau, Stiefel (61. Instenberg), Rodrigues, Becker, Wolf (68. Georgi), Biran (77. Ujazdowski)

Schiedsrichter: Athanassiadis (St. Peter-Ording). Zuschauer: 1001. Tore: 1:0 Boyd (85.), 2:0 Morales (90.). Gelb: Dardai, Morales, Scheffler / Halke, Neumann, Köhne, Biran