Mit dem unerwartet klaren 3:0 (2:0) am Sonnabend bei Hannover 96 II, dem dritten Sieg in Folge, ist Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg der Klassenerhalt zu 99,9 Prozent sicher. Vorm letzten Spieltag haben die Elbestädter (noch daheim gegen Kiel) drei Punkte mehr und das um neun Treffer bessere Torverhältnis als Abstiegskonkurrent TSV Havelse (bei RB Leipzig) auf dem Konto.

Hannover. Nach dem Schlusspfiff im weiten Rund der AWD-Arena war den Elbestädtern nach einer insgesamt völlig verkorksten Saison ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen, lagen sich die Spieler freudestrahlend in den Armen und wurden von den 1200 mitgereisten Fans auf der Tribüne stürmisch gefeiert. "Solche Emotionen gibt es nur beim Fußball", fasste ein überglücklicher Keeper Tischer die Geschehnisse treffend zusammen. "Die Erleichterung ist enorm.Lieber spätes Glück als gar keins", sagte Vize-Kapitän Neumann, der bis auf den Slip den "Rest" an die Anhänger verschenkt hatte. Und Köhne bekannte: "Ich dachte die ganze Zeit: Wenn wir uns bis zur 80. Minute keinen mehr einfangen, dann müsste es eigentlich reichen."

Trainer Sandhowe hatte noch im Spielertunnel einen regelrechten Urschrei ("Jaaaa, ist das geil!") losgelassen und meinte: "Was hab ich immer gesagt? Der Papa macht dat schon." Und weiter: "Ich habe versprochen, dass wir nicht absteigen, und ich bin es gewohnt, meine Versprechen einzuhalten. Jetzt gönne ich mir erst einmal einen Whisky."

Daran, dass es zu diesem deutlichen Auswärtssieg überhaupt kam, hatten die Niedersachsen einen erheblichen Anteil. Keine 60 Sekunden waren gespielt, da hieß es bereits 0:1. Der 96er Hofmann hatte völlig unbedrängt den Ball über seinen aus dem Kasten geeilten Keeper Maluck ins eigene Tor geköpft. Im weiteren Verlauf zeigten die Platzherren zwar die größeren Spielanteile, waren auch zumeist feldüberlegen, bissen sich an der aufmerksamen Defensivabteilung des tief stehenden FCM jedoch die Zähne aus.

Und es sollte für die Gäste noch besser kommen. Sandhowe, für seine Auswechslungen in jüngster Vergangenheit häufig kritisiert, lag diesmal genau richtig, als er nach nur 36 Minuten Georgi für den glücklosen Biran brachte. Und Georgi war es, der nach Flanke von Wolf per Kopf das 0:2 markierte (40.).

Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild. Hannover drängte, fiel dabei aber nur wenig ein, der Club konterte, ließ jedoch so manche gute Gelegenheit ungenutzt. Bis auf die 83. Minute: Nachdem kurz zuvor Burmeister mit einem Freistoß nur den Pfosten getroffen hatte, machte nach einem schnellen Konter Wolf, der zuvor noch Merkens versetzte, mit einem trockenen Schuss alles klar (83.). Tischer hob aber noch im Moment des Triumphes warnend den Zeigefinger: "Man kann nur hoffen, dass alle Beteiligten aus einer Saison mit Angst und Schrecken gelernt haben."

@LeoSpo_FBTab_Vorschau:

Hannover: Maluck - Karow, Wendel, Hofmann, Burmeister, Ioannou (68. Ferati), Ernst, Merkens, Büchler (54. Gökdemir), Beil (68. Dursun), Evseev

FCM: Tischer - Köhne, Halke, Friebertshäuser, Neumann, Scharlau, Bauer, Rod-rigues (89. Saalbach), Becker, Wolf (85. Instenberg), Biran (36. Georgi)

Schiedsrichter: Fischer (Hemer). Zuschauer: 1715. Tore: 0:1 Hofmann (1./Eigentor), 0:2 Georgi (40.), 0:3 Wolf (83.). Gelb: Wendel, Burmeister / -