Offenbach - Pokalschreck Kickers Offenbach hat wieder zugeschlagen. Der Traditionsclub aus der Fußball-Regionalliga Südwest gewann mit 1:0 (0:0) gegen den Zweitligisten Karlsruher SC und zog dadurch wie schon in den Jahren 2010 und 2012 ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein.

16 106 Zuschauer auf dem Bieberer Berg feierten euphorisch den Siegtreffer von Benjamin Pintol in der 62. Minute. Der Erfolg des Viertligisten war völlig verdient, da der OFC mit großem Einsatz und hervorragend organisiert spielte, während der KSC enttäuschte.

"Riesen Respekt vor dieser Leistung", sagte Kickers-Trainer Rico Schmitt. "Wie die Mannschaft gefightet hat, wie sie in der zweiten Halbzeit noch mal den Turbo reingeworfen hat, das haben die Jungs richtig gut umgesetzt. Wir haben mit Herz gespielt." Auch KSC-Coach Markus Kauczinski erkannte an: "Unter dem Strich haben wir verdient verloren. Das 0:1 war der Genickbruch für uns, da haben wir schlecht verteidigt. Am Ende hatten wir nicht mehr die Mittel, da konnten wir nicht mehr zulegen."

Schmitt hatte bereits vor dem Spiel gesagt: "Wir wollen an die große Pokaltradition von Kickers Offenbach anknüpfen" - und entsprechend selbstbewusst trat seine nun seit 15 Pflichtspielen in Serie ungeschlagene Mannschaft dann auch auf. Der OFC drängte den Favoriten zu Beginn beider Halbzeiten weit zurück und hatte durch Giuliano Modica (4.) auch die erste Torchance der Partie.

Der KSC war technisch besser, machte daraus aber zu wenig. Manuel Gulde scheiterte zunächst per Kopfball an Torwart Daniel Endres und setzte dann auch noch den Nachschuss aus fünf Metern drüber (16.).

Je länger es 0:0 stand, desto lauter wurde die Unterstützung der Fans auf dem Bieberer Berg - und desto mutiger wurden die Kickers. Christian Cappek traf nach einer Stunde nur den Pfosten. Eine Minute später nutzte Pintol einen Fehler von KSC-Torwart Dirk Orlishausen und schob ins leere Tor ein. Danach war der OFC dem 2:0 näher als der ideenlose KSC dem Ausgleich.

Schon 2002 und 2005 hatten die Offenbacher die Karlsruher aus dem Pokal geworfen. In der ersten Runde dieser Saison besiegten sie Zweitliga-Tabellenführer FC Ingolstadt. Für den immer noch in einem Insolvenzverfahren steckenden Pokalsieger von 1970 bedeutet der Achtelfinal-Einzug eine sehr willkommene Zusatzeinnahme von mindestens 530 000 Euro. "Das war ein einmaliger Abend", sagte Torschütze Pintol. "Wir haben uns das verdient."