Duisburg - Der 1. FC Köln hat dank Timo Horn eine Pleite im DFB-Pokal gerade noch abgewendet und nach dem guten Bundesliga-Start das nächste Zwischenziel erreicht.

Der Keeper sicherte der Mannschaft von Trainer Peter Stöger beim 4:1 im Elfmeterschießen beim Drittligisten MSV Duisburg mit zwei Paraden den Einzug ins Achtelfinale. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Der finanziell angeschlagene MSV, der die Kölner schon dreimal im Pokal ausgeschaltet hatte, verpasste dagegen trotz einer tapferen Vorstellung die Sensation und eine dringend benötigte Finanzspritze in Höhe von 527 000 Euro für ein mögliches Weiterkommen.

Matthias Lehmann, Kevin Vogt, Kevin Wimmer und Adam Matuschyk schossen im erstmals seit März 2011 mit 30 600 Zuschauern ausverkauften MSV-Stadion im Elfmeterschießen den Kölner Sieg heraus. Damit krönte der Bundesliga-Zehnte seinen goldenen Oktober mit dem dritten Sieg innerhalb von elf Tagen. Dabei musste der FC die Schlussphase in Unterzahl agieren, nachdem Slawomir Peszko wegen eines dummen Fouls die Rote Karte erhalten hatte (71.).

"Wir haben beschissen gespielt. Das Gute ist: Wir sind weiter. Timo hat die ersten beiden Elfmeter gehalten. Wir können uns nur bei ihm bedanken", sagte FC-Kapitän Lehmann. Ein wenig enttäuscht war dagegen der Duisburger Janjic: "Wir hätten uns vorher belohnen müssen. Wir haben einen großen Pokalkampf abgeliefert und einen Erstligisten an den Rande einer Niederlage gebracht."

Ein Zwei-Klassen-Unterschied war im Duell der beiden Bundesliga-Gründungsmitglieder aber nicht zu erkennen. Mit hohem Aufwand und Laufbereitschaft boten die Zebras dem Favoriten aus der Domstadt einen wahren Pokalfight. Die Kölner zeigten zwar die reifere Spielanlage, verstanden es aber nur selten, klare Torchancen herauszuarbeiten. Zwei Kopfbälle von Zoller (21. und 45.), dazu musste einmal MSV-Keeper Michael Ratajczak in höchster Not gegen Anthony Ujah klären (38.). Mehr hatten die Rheinländer im ersten Durchgang nicht zu bieten.

Im zweiten Durchgang erhöhte Köln das Tempo, Duisburg hielt mit viel Kampf dagegen - und hatte bei einem Fauxpas von Ratajczak Glück, als der Keeper bei einer Ecke von Marcel Risse den Ball fallen ließ und dieser gegen den Pfosten rollte (62.). Kurz darauf hatte Ujah die bis dato größte Chance. Nachdem der Nigerianer, der bereits am Freitag den 1:0-Siegtreffer in Bremen erzielt hatte, von Risse in Szene gesetzt wurde, prallte sein Schuss aus kurzer Entfernung am Duisburger Tim Albutat ab (69.).

Köln hatte nun das Spiel besser im Griff, ehe sich der eingewechselte Peszko eine Dummheit erlaubte. Als der Pole einen Freistoß schnell ausführen wollte, springt Albutat dazwischen. Peszko zog dennoch voll durch und traf den Duisburger am Schienbein. Eine Rote Karte, die den Duisburgern gelegen kam, konnten sie nun die Partie wieder offener gestalten.

Die Kölner agierten nun deutlich defensiver, blieben aber bei schnellen Kontern gefährlich. Einer dieser Angriffe hätte Zoller in der 102. Minute fast zum Führungstor genutzt. Nach feinem Zuspiel von Risse umkurvte der 23-Jährige den Duisburger Schlussmann, setzte den Ball aber aus spitzem Winkel an den Pfosten. Auf der Gegenseite hatte Dennis Grote die große Chance zur MSV-Führung (114.).