Hannover - Im Rennen um einen Europa-League-Platz hat Hannover 96 wichtige Punkte eingebüßt und den 200. Heimsieg der Bundesliga-Geschichte verpasst. Die Niedersachsen konnten mit dem 1:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 am Dienstag sogar noch zufrieden sein.

Hannover steht mit 25 Punkten vorerst als Achter zwei Ränge vor den Mainzern, die drei Zähler weniger haben und durch Elkin Soto in der 77. Minute zum verdienten Ausgleich kamen. Der Franzose Jimmy Briand (26.) hatte 96 in einer mäßigen Partie in Führung gebracht.

Nationaltorwart Ron-Robert Zieler ärgerte sich nach dem Abpfiff, dass nicht frühzeitig das zweite Tor gelang. "Wenn wir das 2:0 machen, läuft das Spiel auch anders. Ein Punkt ist zu wenig, wir hätten gewinnen müssen", meinte Zieler im TV-Sender Sky und klagte: "Ich war die zweite Hälfte komplett unter Dauerbeschuss."

Nach dem 0:1 auf Schalke bot Hannovers Trainer Tayfun Korkut in Hiroshi Kiyotake und Salif Sané zwei Neue in seiner Startelf auf. Seine Schützlinge hätten schon in der vierten Minute in Führung gehen können, doch Kapitän Lars Stindl scheiterte nach schönem Zusammenspiel mit Joselu am herauslaufenden Torhüter Loris Karius.

Der Mainzer Schlussmann sah dafür beim Gegentor durch Briand unglücklich aus und ärgerte sich danach: Nach einem Eckball boxte er die Kugel mit einer Faust nicht weit genug weg, Briand schoss vom Strafraum direkt flach ins verlassene Tor ein. Die Führung war verdient, weil die Hannoveraner mehr taten und gefährlicher waren.

Der Mainzer Manager Christian Heidel war zur Pause noch unzufrieden, lobte die Mannschaft dafür aber nach dem Schlusspfiff: "Sie hat eine richtig gute zweite Halbzeit gespielt, wir hatten gefühlt die besseren Torchancen. Der Punktgewinn ist verdient, das 1:1 ist in Ordnung", sagte Heidel.

Bei den Gästen war vom Schwung des fulminanten 5:0 zum Rückrundenstart gegen Paderborn anfangs nichts mehr zu sehen. Der mit acht Toren bisher treffsicherste Mainzer Shinji Okazaki war wegen leichter Oberschenkelprobleme vom Asien-Cup daheim geblieben. Trainer Kasper Hjulmand wollte auch mit Blick auf das wichtige Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstag kein Risiko eingehen und stellte den gegen Paderborn eingewechselte Sami Allagui in die Spitze. Allagui bekam allerdings kaum einen brauchbaren Ball.

Erst nach Wiederanpfiff wurde das Spiel nach vorn wesentlich besser. Johannes Geis zirkelte einen Freistoß an den Innenpfosten (54.), eine Minute später hatte Zieler Mühe mit einem Fernschuss von Geis. Yunus Malli legte den Ball zwar am herausstürmenden Zieler vorbei, kam dann aber nicht mehr heran (59.).

Erst danach meldete sich 96 zurück im Spiel, Briand traf nach Joselus Vorarbeit den Ball aus kurzer Distanz nicht richtig (62.). Die aktivere Mannschaft blieb der FSV, bei dem Winterzugang Nicolas Castillo in der letzten knappen halben Stunde sein Bundesliga-Debüt gab. Den Ausgleich hätte schon Pablo de Blasis erzielen können, der Argentinier zielte aber direkt auf Zieler (72.). Das 1:1 gelang vor 30 500 Zuschauern Soto per Abstauber. Zieler hatte noch gegen Daniel Brosinski gerettet, war dann aber machtlos. De Blasis hätte fast für ersten Mainzer Bundesligasieg in Hannover gesorgt (82.), Karius hielt auf der anderen Seite noch einen Kopfball von Artur Sobiech (86.).

Spieldaten:


Ballbesitz in %: 56,1 - 43,9

Torschüsse: 9 - 17

gew. Zweikämpfe in %: 55,5 - 44,5

Fouls: 15 - 15

Ecken: 7 - 4

Quelle: Optasport