Magdeburg l Als Zwölfter befindet sich der FCM momentan im Niemandsland der Drittliga-Tabelle. Ein Sieg in Erfurt hätte Platz drei bedeutet, deswegen war die 0:1-Niederlage doppelt bitter. „Fakt ist, dass uns die Gier und Galligkeit gefehlt haben“, sagte Chefcoach Jens Härtel nach dem gestrigen Nachmittagstraining und fragt sich, ob die Begleitumstände nach dem Tod von FCM-Fan Hannes S. oder die vorherige Siegesserie mit vier Dreiern in Folge eine Rolle gespielt haben könnten.

Doch nun heißt es, nach vorne zu schauen. Positiv nahm Härtel zur Kenntnis, dass es am Dienstag, dem Hauptbelastungstag beim Training in dieser Woche, richtig zur Sache ging, und dass auch Moritz Sprenger mitwirken konnte. Die Wolfsburg-Ausleihe plagten zuletzt Meniskusprobleme im linken Knie. Nun gab es zumindest vorübergehend Entwarnung. Härtel: „,Mo‘ wird konservativ behandelt, muss nicht operiert werden.“

Was auffällt, nachdem gut ein Viertel der Saison absolviert ist: Von den Neuzugängen haben bislang nur besagter Sprenger und Tobias Schwede (von Bremen II) den Sprung in die Stammformation geschafft. Leopold Zingerle, Florian Kath, Gerrit Müller, Julius Düker und Maurice Exslager saßen dagegen meistens auf der Bank. Härtel zur Begründung: „Wir hatten einen schwierigen Start. Da setzt man als Trainer eher auf Bewährtes.“ Zudem wies er auf physische Defizite hin.

Manchmal, so der 47-Jährige, sei auch immer ein wenig Glück dabei. Und nannte Schwede als Beispiel. „Als sich Michel Niemeyer auf der linken Seite verletzt und Nico Hammann es auch nicht so gut gemacht hatte, ist ,Tobi‘ halt reingerutscht ins Team.“

Härtel appellierte an die Neuen, weiter Gas zu geben – und beobachtet die Betroffenen dabei genau. So gab,s gestern ein Sonderlob für Exslager: „Er hat sehr gut trainiert und auch seine Tore gemacht.“ Bekommt er bald eine neue Chance?