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Frankfurt/Main - Bundestrainer Joachim Löw stellte sich am Freitag auf dem Rückflug der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von der Europameisterschaft nach dem Halbfinal-Aus gegen Italien noch einmal den Fragen der mitreisenden Journalisten:
Wie ist Ihre Gefühlslage am Tag nach dem EM-K.o.?
Löw: "Die Enttäuschung ist nicht einfach verflogen. Alle waren nach dem Spiel tief enttäuscht. Das kann man nicht einfach abschütteln. Das braucht eine gewisse Zeit, das zu verarbeiten."
Nach den ersten Spielen sind Sie viel gelobt worden, jetzt gab es Kritik. Denken Sie nochmal selbstkritisch nach über die Aufstellung, die persönliche Position?
Löw: "Das kommt in der Aufarbeitung, dass man sich Gedanken macht, was anders hätte laufen können. Klar wird jetzt viel über die Aufstellung diskutiert. Diese Verantwortung übernehme ich auch. Die Tore, so wie sie entstanden sind, hatten nicht unbedingt mit der Aufstellung zu tun. Gerade auch Mario Gomez hatte mit drei Toren bis dato ein sehr gutes Turnier gespielt."
Ist die Unerfahrenheit Ihrer Verteidiger entlarvt worden gegen abgezockte Italiener?
Löw: "Im verlorenen WM-Halbfinale 2010 gegen Spanien war es ein Eckball mit Kopfballtor. Jetzt hat bei den zwei Toren eine Kleinigkeit gefehlt. Unerfahrenheit würde ich das nicht unbedingt nennen. In einem Spiel auf so einem Niveau darf der eine oder andere Fehler nicht passieren. Beim ersten Tor hätten wir anders reagieren können. Nichtsdestotrotz hat Mats Hummels ein hervorragendes Turnier gespielt. Diese Flanke hätte man verhindern können, keine Frage. Aber ich möchte da jetzt keine Schuldzuweisung machen. Er hat seine Sache für sein erstes Turnier überragend gut gemacht."
Haben Sie sich taktisch zu sehr nach den Italienern gerichtet und die eigene rechte Seite dadurch zu brach liegen lassen?
Löw: "Das war auch, weil Italien über die linke Seite nur Defensivspieler hatte. Ich wollte, dass Jérôme Boateng ein bisschen weiter nach vorne rückt und die Abwehr ein bisschen auflöst. Wir waren schon auch relativ gut im Spiel und hatten mit Mesut Özil und Toni Kroos zwei zentrale offensive Spieler, die auch praktisch als zwei Zehnen agierten. Das war meine Idee. Das ist nicht zu hundert Prozent aufgegangen. Die Tore sind aber aus anderen Gründen entstanden. Die Idee, Pirlo und De Rossi im Mittelfeld so zu stören und selber von dort Akzente zu setzen, war nicht so falsch."
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