Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli 2010) wirft ihre Schatten voraus. Im Magdeburger Stadion wurden gestern die Pläne für die Übertragung der drei Gruppenspiele Deutschlands auf einer Großleinwand vorgestellt. Die Veranstalter erwarten jeweils bis zu 10 000 Fans. Der Eintritt ist frei.

Magdeburg. Seit der WM 2006 sind in Deutschland sogenannten Public-Viewing-Events populär. An diesen Erfolg will die Vermarktungsgesellschaft des Magdeburger Stadions anknüpfen. Deren Geschäftsführer, Rüdiger Bartsch, stellte gestern gemeinsam mit Magdeburgs Sport-Beigeordnetem Rüdiger Koch die Pläne vor.

Die Fußballspiele werden auf einer 34 Quadratmeter großen Video-Leinwand übertragen, die in der Spielfeldmitte vor der Haupttribüne des Stadions steht. Bis zu 10 000 Zuschauer, so die Veranstalter, finden vor der Leinwand (Block 19 bis 24) Platz. Alle Übertragungen werden auf der gleichen LED-Anlage gezeigt, die bereits zur Europameisterschaft 2008 auf dem Alten Markt von Magdeburg zum Einsatz gekommen war.

Gezeigt werden zunächst die drei deutschen Gruppenspiele gegen Australien (13. Juni, ab 20.30 Uhr), gegen Serbien (18. Juni, ab 13.30 Uhr) und gegen Ghana (23. Juni, 20.30 Uhr). "Wenn Deutschland weiterkommt und Interesse besteht, werden wir auch weitere Spiele im Stadion zeigen", so Bartsch. Rahmenprogramme sollen bei allen Spielübertragungen für Volksfeststimmung sorgen. So werden sich vor dem Spiel gegen Australien Sportvereine im Stadionrund präsentieren – zum Beispiel die Frauen-Fußballer vom MFFC und die Magdeburger Zweitliga-Footballer der "Virgin Guards". Ein großes Kinderfest ist vor dem Serbien-Spiel geplant – so sollen mehr als 1000 Hortkinder im Stadion eine Mini-WM ausspielen. Das Ghanaspiel wird in einen Afrikatag eingebunden – mit entsprechender Livemusik und "Erdmännchen als Maskottchen aus dem Magdeburger Zoo", erzählte Koch. "Mir ist daran gelegen, dass zukünftig mehr Sport und mehr Kultur das Stadionrund beleben", betonte Koch.

Das "Theater an der Angel" kommt dieser Aufforderung im Sommer mit einem "Sommerfußballmärchen" nach. Vom 11. bis 26. Juni spielt die Truppe in den Katakomben des Stadions das Stück "Ball(ade) von Garuma". Neu im Stadionrund sind auch die Footballer der "Virgin Guards", die am 30. Mai um 15 Uhr ihr Zweitligaspiel gegen die Cologne Falcons austragen werden.

Stadion-Manager Bartsch träumt sogar von mehr. "Wir bewerben uns um die Ausrichtung des German Bowl, das ist das Finale der ersten deutschen Football-Liga", erzählte er. Im Juli entscheidet sich, ob Magdeburg, Dresden, Frankfurt/Main oder Düsseldorf den "German Bowl" drei Jahre lang ausrichten darf. Bekommt Magdeburg den "Bowl"-Zuschlag, würde das erste Finale im Oktober 2011 ausgespielt werden.