Halberstadt l Mit Karsten Voigt hat der neue Cheftrainer des Fußball-Regionalligisten Germania Halberstadt, Henri Fuchs, einen "Externen" als Assistent mit auf die Trainerbank gebracht. Damit steht fest: "Urgestein" Enrico Gerlach räumt seinen langjährigen Posten.

Der gebürtige Neindorfer war von Juli 2002 bis Frühjahr 2010 als Spieler im Vorharz aktiv. Auch als langjähriger Germania-Kapitän war er sich für nichts "zu fein", sprach die Sprache der Fans und wurde so zum Publikumsliebling. Auch deswegen band man den 38-Jährigen weiter an den Verein, bot ihm den Posten des Co-Trainers an. Zwischen Mai 2010 und Dezember 2014 agierte er als der "zweite Mann" auf der Bank und rückte dreimal auch allein ins Scheinwerferlicht. Zuerst, als er für den gesperrten Andreas Petersen aushalf, im März 2014 als Interimscoach, nachdem sich der VfB von Willi Kronhardt getrennt hatte, und schließlich zum Ende der Hinrunde 2014/15. Diesmal musste Achim Hollerieth seinen Posten räumen, Gerlach sprang erneut als Interimslösung ein, diesmal jedoch mit Thomas Waldow als Unterstützung.

Dass er nun kürzer tritt, mit Karsten Voigt ein Nachfolger bereits seine bisherige Arbeit übernommen hat, stört Gerlach nicht: "Aufgrund meiner beruflichen Verpflichtungen und dem Stress der vergangenen Monate bin ich nicht böse, dass ich nun mehr Zeit habe, um mich selbst neu zu orientieren. Es ist im Fußballgeschäft außerdem normal, dass ein neuer Trainer seinen Co mitbringt."

Karsten Voigt, bisher als Nachwuchstrainer beim FC Rot-Weiß Erfurt und Stützpunkttrainer im Landesverband Thüringen tätig, wurde auf Empfehlung Henri Fuchs` angestellt. "Wenn die Möglichkeit besteht, dass ich einen Verein übernehme", so der 45-Jährige zum Hintergrund, "hatte ich angeboten, ihn als Co-Trainer mitzunehmen." Im Gespräch mit den Vereinsvertretern wurde dann deutlich, dass man sich umstruktrieren möchte. Fuchs: "Es ist keine Entscheidung gegen Enrico Gerlach, der hier jahrelang gespielt und gearbeitet hat. Diese Variante ist aber im Sinne der Trainingsmethodik sinnvoller, denn so steht ganztags ein Assistent zur Seite. Für einen Ausbildungsverein wie dem VfB Germania ist das das Richtige."