Budapest - Seine Jungs sind nur begeistert von ihm. "Er ist einfach ein toller Trainer. Denn wie er den Fußball lebt, ist einzigartig", sagt EM-Torjäger Davie Selke über Erfolgscoach Marcus Sorg.

"Er hat das Maximum aus uns herausgeholt", meint Rechtsverteidiger Kevin Akpoguma. Mit der U 19 hat Sorg den größten Erfolg seiner bisherigen Trainerkarriere gefeiert. Nur ein gutes Jahr hat er dafür gebraucht: Am 1. Juli hatte er das Amt als Trainer der Junioren-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes angetreten - nun machte er sie zum Europameister.

Der 48 Jahre alte Ulmer ist von Kindesbeinen an mit dem Fußball verbunden. Er spielte für die TSG Söflingen, den SSV Ulm, VfB Stuttgart, TSF Ditzingen und VfR Mannheim. Stürmer Sorg brachte es bis zum Zweitligaspieler, ehe er bei den Stuttgarter Kickers seine Trainerkarriere startete. Er coachte den TSF Ditzingen, den Heidenheimer SB, den SSV Ulm, die U 17 und die zweite Mannschaft des SC Freiburg, bis er endlich in der Bundesliga angekommen war.

Egal wo, der Anspruch bleibt immer derselbe. Auf die Frage, ob das EM-Finale der Höhepunkt für ihn sei, hatte er in Budapest geantwortet: "Es klingt wie eine Floskel, aber mein Ziel war es immer, einfach jedes Spiel zu gewinnen - ob in der Verbandsliga oder bei der EM."

Beim SC Freiburg waren es 2011 in der Bundesliga aber zu wenige Erfolge. Nach nur einem halben Jahr war das Engagement schon wieder beendet. Das hat Sorg damals sehr getroffen, zumal in der Öffentlichkeit auch über seine Trainingsinhalte und Taktik kontrovers diskutiert wurde. Eines aber ist unbestritten: "Marcus Sorg ist charakterlich ein besonderer Mensch", sagte der damalige Freiburger Sportdirektor Dirk Dufner.

Auch bei den Junioren kommt Sorgs unaufgeregte Art gut an. Er kommuniziert sehr viel, spricht Fehler direkt an, setzt auf totalen Teamgeist. Und wenn es mit dem Fußball mal nicht weitergehen sollte, hat der DFB-Coach auch noch einen "richtigen" Beruf erlernt. Sorg ist Diplom-Ingenieur für Bauphysik.