Magdeburg l Klischees über Spielerfrauen von bekannten Fußballern gibt es reichlich. Darüber, was davon stimmt und was nicht, muss sich jeder sein eigenes Bild machen. Die am häufigsten verbreitete Version sah lange so aus: Attraktives Aussehen, Stöckelschuhe, Tippelschritt, aber das war\'s auch schon fast. Natürlich verbunden mit einem schier unbändigen Drang zum Shoppen und damit Geldausgeben. Natürlich alles mit der goldenen Kreditkarte des Angebeteten.

Dass das nicht (mehr) die Realität ist, zeigt die laufende WM in Brasilien. Zunächst einmal wird längst nicht mehr soviel Bohey um die Ehefrauen und Lebensgefährtinnen der Nationalspieler wie noch vor Jahren gemacht. Wenngleich in der Berichterstattung immer wieder der Versuch unternommen wird, einer nur alle vier Jahre stattfindenden WM ein wenig Sexappeal und Glamour zu verleihen.

Aber: Der Deutschen Presseagentur dpa war zum Beispiel die Tatsache, dass die DFB-Kicker Besuch von ihren Liebsten (in einem Hotel im rund zwei Kilometer entfernten Porto Seguro untergebracht) empfangen durften, gerade mal eine kurze Info wert.

Im Laufe der Jahre hat sich das Bild der Spielerfrau verändert. Zum positiven. Es gibt genügend Beispiele, in denen das weibliche Geschlecht den eigenen beruflichen Weg geht und damit nicht auf das Geld des Partners angewiesen ist.

Inwieweit natürlich dieser den Weg in die Welt der Reichen und Schönen geebnet hat, darüber lässt sich trefflich streiten. Aber es gibt sie, diese Beispiele. Sarah Brandner, Freundin von Bastian Schweinsteiger, ist ebenso ein erfolgreiches Model wie Lena Gercke, die mit Sami Khedira liiert ist.

In Spanien ist Sara Carborero eine bekannte TV-Journalistin und ganz nebenbei mit Nationalkeeper Iker Casillas verlobt. Und der Exzentriker Zlatan Ibrahimovic hat sich mit Schweden zwar nicht qualifiziert, dafür aber mit Helena Seger eine erfolgreiche Managerin an seiner Seite, die sehr gut ohne seine Millionen zurecht kommt.

Zurück zur deutschen Mannschaft. Cathy Fischer, Partnerin von Mats Hummels, war 2013 die beliebteste Spielerfrau. Ob das so bleibt, steht, vorsichtig formuliert, auf der Kippe, denn sie arbeitet bei der WM für den Privatsender Sky als Lifestyle-Reporterin und schreibt für die "Bild am Sonntag" Kolumnen. Da geht es dann um die rasierten Beine von Cristiano Ronaldo, die Preise von Starbucks-Kaffee in Brasilien oder darum, wie sie ihren Koffer für den Trip an die Copacabana packt. Die Reaktionen darüber sind, wie sollte es anders sein, sehr unterschiedlich. Heftige Kritik hagelte es zum Beispiel bei Radiosender RTL 89.0 ("Wirres Zeug, das keiner versteht ...").

Und es wirft zwangsläufig die Frage auf, ob mit solchen Aktionen das Negativ-Klischee der Spielerfrau neue Nahrung erhält?

So etwas wie Fischer könnte der Ehefrau von Per Mertesacker, Ulrike, wohl nicht passieren, die zwar als Ex-Handball-Nationalspielerin ebenfalls im Fokus stand, aber eben eine deutlich weniger öffentlichkeitswirksame Rolle einnahm und heute mit ihrem Mann eher zurückgezogen in London lebt.

Da haben sich seinerzeit eine Claudia Effenberg oder auch eine Bianca Illgner ganz anders ins Zeug gelegt.

Bliebe noch zu klären, wer denn nun die schönste Spielerfrau der WM 2014 ist. Wie wäre es mit dem russischen Topmodel Irina Shayk, der Lebensgefährtin von Ronaldo? Jede Wette, dass Portugals tief gefallener Superstar bei ihr sein gegen Deutschland gezeigtes weinerliches Gesicht ablegt.

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