Der Fußball hat sich in den vergangenen 25 Jahren rasant entwickelt – nicht nur auf, vor allem auch neben dem Platz. Mit Fußball werden milliardenschwere Umsätze generiert – in den Top-Ligen in Deutschland, Spanien, Italien oder Großbritannien oder wie jetzt bei der WM in Brasilien.

Für den gemeinen Fan ist es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, an Eintrittskarten zu kommen – sei es in der Bundesliga oder für die noch knapp drei Wochen laufende WM. Tickets sind zum überaus seltenen wie begehrten Gut geworden. Für die rund 3,1 Millionen erhältlichen Tickets für die WM-Spiele in Brasilien gingen beim Weltverband Fifa über elf Millionen Bestellungen via Internet ein. Neben einem gut gefüllten Geldbeutel war deshalb bei der Vergabe vor allem auch Losglück gefragt.

Mal ein nostalgischer Blick zurück, auf die EM 1988 in Deutschland: Im April 1987 startet der Vorverkauf für die Titelkämpfe. Vom World Wide Web war damals noch keine Rede. Und so ging ich damals in Hannover in den Tabakladen meines Vertrauens. Bei "La Porte" gab es auch die Karten für die Bundesliga-Spiele von Hannover 96 im Vorverkauf. Und unweit vom Aegi nahm das Geschäft nun die Vorbestellungen für die EURO 88 entgegen. Ein Formular wurde handschriftlich ausgefüllt, anschließend Geld über den Tresen geschoben. Und rund ein Jahr später konnte ich im Laporte-Kartenshop – ihn gibt es übrigens noch heute – gegen Vorlage des Formulars meine Eintrittskarten für das Eröffnungsspiel Deutschland Italien in Düsseldorf (1:1), Deutschland gegen Dänemark in Gelsenkirchen (2:0), das Halbfinale in Hamburg gegen die Niederlande (1:2) sowie das Finale in München (Niederlande – Russland 2:1) in Empfang nehmen. Die Endspiel-Tickets für die besten Sitzplätze im Olympiastadion haben damals 99 D-Mark gekostet – auch nicht billig, aber gegen heutige Finalpreise ein Schnäppchen.

Ähnlich unkompliziert lief übrigens auch die WM 1990. So hatte ich das Glück, beim WM-Finale am 8. Juli im Olympiastadion als Fan dabei zu sein und mitzuerleben, wie Deutschland durch einen verwandelten Elfmeter von Andreas Brehme mit 1:0 gegen Argentinien gewann und den bisher letzten von drei Weltmeister-Titeln holte. 1996 (EM in England) sowie 1998 (WM in Frankreich)) hat es immerhin mit Vorrunden-Tickets geklappt, dann wurde es nicht zuletzt aufgrund des Internets immer schwerer, Spiele live im Stadion zu verfolgen. Die gute alte Zeit – lang ist sie her und sie lässt sich auf als auch neben Platz nicht mehr zurückdrehen. Und manchmal ist das trotz aller Fortschrittlichkeit echt schade...

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