Lissabon - Seit Januar ist es offiziell: Portugal wird bei der WM in Brasilien mit dem besten Fußballer der Welt gegen die deutsche Mannschaft antreten. Die FIFA kürte Cristiano Ronaldo von Real Madrid zum "Weltfußballer des Jahres".

Diese Wahl wirft mehr denn je eine Frage über den ersten deutschen Gruppengegner auf: Ronaldo und was sonst? Keine andere Mannschaft bei dieser WM wird in ihrer öffentlichen Wahrnehmung so auf einen einzelnen Spieler reduziert wie die Portugiesen. Und keine andere Mannschaft ist wahrscheinlich so abhängig von nur einem Star.

Schon die Qualifikation für dieses Turnier schaffte der WM-Vierte von 2006 nur, weil Ronaldo in den Playoff-Spielen gegen die international nur noch durchschnittlichen Schweden alle vier Tore für Portugal schoss."Wir in Portugal sind enorm stolz auf ihn und sehr glücklich darüber, über einen Spieler von dieser Qualität zu verfügen", sagte Nationaltrainer Paulo Bento. "Als Einzelspieler hat er ein Potenzial, das zur Lösung vieler Probleme beiträgt."

Ein Problem kann allerdings nicht einmal "CR7"lösen: Im kleinen Portugal, das in den vergangenen 20 Jahren in Serie Starspieler wie Rui Costa, Luis Figo oder eben Ronaldo hervorgebracht hat, gibt es zumindest aktuell kaum vielversprechende Talente. Und so wird das portugiesische Team am 16. Juni in Salvador wahrscheinlich in nahezu identischer Besetzung auflaufen wie schon beim 0:1 gegen Deutschland im ersten Gruppenspiel der Euro 2012. Hinten verteidigen immer noch die kantigen Pepe und Bruno Alves, davor versuchen immer noch João Moutinho und Raúl Meireles, einen Ronaldo oder Nani abzusichern.

Für seine Verhältnisse klingt deshalb auch Ronaldo äußerst bescheiden, wenn er über die Ziele bei dieser Weltmeisterschaft spricht. "Man darf nicht vergessen, dass wir eine sehr schwierige Qualifikation hinter uns haben", meinte er. "Unsere Priorität liegt auf dem Überwinden der Gruppenphase. Danach wird man weitersehen."