Washington - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach musste laut lachen, als die Auslosung im Dezember ergab: Deutschland spielt in seinem letzten Gruppenspiel bei der Fußball-WM gegen die USA.

Und das bedeutet: Deutschland spielt gegen Jürgen Klinsmann, den ehemaligen Bundestrainer und Reformator, der seit zweieinhalb Jahren mit großem Erfolg den Außenseiter dieser Gruppe G trainiert. "Das wird ein spezieller Tag", sagte Klinsmann Anfang des Jahres in einem ESPN-Interview. "Hoffentlich haben wir dann schon ein paar Punkte und stehen gut da. Denn Deutschland und Portugal sind die großen Favoriten in unserer Gruppe."

Vieles von dem, was der 49 Jahre alte Schwabe seit 2011 in den USA sagt und tut, wird seinen ehemaligen Spielern in Deutschland bekannt vorkommen. Klinsmann stürzt sich mit großer Akribie in sein WM-Projekt, im Januar bezog er mit seiner Mannschaft schon einmal für zwei Wochen jenes Quartier in Sao Paulo, in dem die Amerikaner auch während des Turniers im Sommer logieren werden.

Dazu verjüngte er das Team gezielt und baute dabei auch zahlreiche Bundesliga-Profis wie Fabian Johnson (1899 Hoffenheim), Timothy Chandler (1. FC Nürnberg) oder John Anthony Brooks (Hertha BSC) ein, die als Söhne ehemaliger US-Soldaten in Deutschland geboren wurden.

Vor allem aber redet Klinsmann seine Spieler stark. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die K.o.-Runde erreichen werden", sagte er in Sao Paulo. "Und ich glaube, dass wir auch dann noch in der Lage sind, andere Nationen zu ärgern."

Seine bisherige Bilanz mit dem US-Team bestärkt den Dauer-Optimisten in seiner Zuversicht. Seit Klinsmanns Amtsantritt haben die Amerikaner unter anderem den CONCACAF Gold Cup gewonnen, souverän die WM-Qualifikation geschafft und einige namhafte Gegner in Testspielen geschlagen. Unter anderem eine stark ersatzgeschwächte deutsche Mannschaft im Juni 2013 mit 4:3.