Paris - Es sollte sein letzter Auftritt auf der großen WM-Bühne sein, doch der Rücken spielte nicht mit. Ohne Franck Ribéry musste Frankreich die WM-Mission in Angriff nehmen.

Das Aus des 31 Jahre alten Fußball-Stars von Bayern München ereilte die französische Mannschaft kurz vor der Abreise nach Brasilien. Nun musste die "Equipe tricolore" die Schmach der WM 2010 in Südafrika ohne ihren Anführer tilgen. Für den Gastgeber der Euro 2016 sollte Brasilien ein "Neustart" sein, versprach FFF-Verbandsboss Noël Le Graët. Und dieser Neustart gelang: Mit teilweisen sehenswerten Leistungen spielten sich "Les Bleus" ins Viertelfinale.

Superoptimistisch war man in der Grande Nation allerdings vor der WM nicht. Der Sprung zur WM gelang nur durch die Hintertür. In den Playoffs behielt man gegen die Ukraine nach einer 0:2-Pleite dank eines 3:0 daheim in Paris knapp die Oberhand. Nach Umfragen haben die meisten Fans das peinliche Vorrunden-Aus sowie die Affären samt Trainingsstreik von Ribéry & Co. in Südafrika nicht vergessen und daher immer noch ein schlechtes Bild der Équipe.

Insgeheim träumt der Coach Trainer Didier Deschamps sicher von einer Neuauflage des Erfolgs von 1998: Als Kapitän bekam er damals im Stade de France in Paris nach dem 3:0-Finalsieg gegen Brasilien den Weltpokal von Staatspräsident Jacques Chirac überreicht.

Am Zuckerhut, wo die Franzosen die zehnte Endrunde eines internationalen Turniers in Folge bestreiten, setzt Deschamps nicht nur auf Routiniers wie ManUnited-Verteidiger Patrice Evra (32), sondern auch auf viele junge Wilde. Spieler wie Innenverteidiger Mamadou Sakho (23/Liverpool) oder die 20-jährigen Raphaël Varane (Real Madrid) und Paul Pogba (Juventus), die im heißen Playoff-Rückspiel bereits geglänzt haben.