Brasilia/Düsseldorf (dpa/egw) | Bei der Fußball-Weltmeisterschaft dreht sich im Grunde alles um den Ball, deshalb stellt sich immer die Frage: Wie soll das offizielle Sportgerät des Turnieres heißen? Sprachwissenschaftler der Namensagentur Nomen International aus Düsseldorf haben die Bezeichnungen seit 1950 bewertet.

Das Ergebnis der Analyse: Anfangs kamen die Ballnamen recht dröge daher. So spielte man 1950 in Brasilien mit dem "Super Duplo T", vier Jahre später versuchte die Schweiz mit dem "Swiss WC Match Ball" ihr Glück. Komplett aus dem Rahmen fällt nur ein Name, der 1970 in Mexico und auch 1974 in Deutschland zum Einsatz kam: Der "Telstar" hatte einen zivilen Satelliten als Namensgeber, in Anspielung auf dessen runde Form. Seit der WM in Argentinien vor 36 Jahren ("Tango Durlast") soll das Spielgerät vor allem die kulturellen Besonderheiten des Ausrichters zeigen.

Für die diesjährige Weltmeisterschaft vom 12. Juni bis 13. Juli in Brasilien lief die Namensfindung erstmals nicht mehr über die FIFA. Stattdessen stimmten die Fans im Gastgeberland ab. Dabei gewann "Brazuca" klar vor "Bossa Nova" und "Carnavalesca". Schon bei den drei Wahlmöglichkeiten lief der Trend deutlich in die Richtung, sprachlich-kulturelle Besonderheiten der Ausrichternation auszudrücken.

Brazuca steht frei übersetzt für Emotionen, Stolz und Herzlichkeit, wie Sprachwissenschaftler erklären. Dass diese Bedeutung international nicht verstanden wird, sei eher unwichtig. So wie auch der südafrikanische Vorgänger "Jabulani", was in der Zulu-Sprache "sich freuen" bedeutet, wirke "Brazuca" schon durch seine exotische Anmutung.

"Es geht darum, ein positives Lebensgefühl zu vermitteln", sagt Nomen-Geschäftsführerin Sybille Kircher. Das stellt sich jedoch nicht bei jedem ein. So sorgten in Deutschland weder "Fevernova" noch "Teamgeist" noch "Jabulani" für das finale Glücksgefühl.