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St. Leonhard (dpa) l Sonne weg, Führerschein weg, Lockerheit weg - es läuft einfach nicht rund für Joachim Löw in der WM-Vorbereitung. Bei heftigem Dauerregen konnte sich der Bundestrainer am Dienstag in Südtirol immerhin über den Einstieg von Kapitän Philipp Lahm ins Lauftraining freuen. Der nach Knie-Problemen auch noch individuell übende Bastian Schweinsteiger zeigte zumindest wieder vollen Einsatz, als er sich mit Wucht auf dem Fußballplatz in eine Pfütze schmiss und mit breitem Grinsen einen Ball weggrätschte.

"Es ist positiv, dass beide auf dem Platz waren", bemerkte Teammanager Oliver Bierhoff. Nach der Ankunft von Champions-League-Sieger Sami Khedira hat Löw zur Halbzeit des Trainingscamps im Passeiertal endlich alle 26 Mann vollzählig. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid sei trotz einer leichten Erkältung "direkt einsatzfähig", sagte Bierhoff erfreut.

Löw hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen

Löw lenkte zu Trainingsbeginn noch persönlich einen Golfwagen vom Fußballplatz. Dieses Bild erhielt später eine besondere Bedeutung. Ausgerechnet am Dienstag wurde bekannt, dass Löw wegen wiederholter Tempoüberschreitungen seinen Führerschein für ein halbes Jahr abgeben musste.

Seinen Führerschein braucht Löw in Brasilien nicht, eine top vorbereitete und funktionstüchtige Mannschaft dagegen für den angestrebten Titelgewinn schon. Die Elf für den Start gegen Portugal am 16. Juni zeichnet sich aktuell nur in Bruchstücken ab. Und Löw räumte schon ein, dass der Findungsprozess lange dauern könnte. "Was die einzelnen Positionen betrifft, habe ich jetzt noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Wir haben noch zwei Vorbereitungsländerspiele und noch Trainingseinheiten."

Mertesacker ist wieder dabei

Die Zitterpartie um Manuel Neuer wird sich wohl erst nach der Ankunft in Brasilien am 8. Juni auflösen. "Bei \\\'Manu\\\' rechne ich nicht mehr mit einem Einsatz in Südtirol", berichtete Bierhoff. Der Torwart könne die rechte Schulter "noch nicht belasten".

Lahm kann zehn Tage nach seiner Kapselverletzung am linken Sprunggelenk zumindest wieder laufen, wie auf einem kurzen Videoclip des DFB zu sehen war. Richtig eingestiegen ist inzwischen auch Per Mertesacker. Der Abwehrchef hatte nach einer strapaziösen Saison und nach der Geburt seines zweiten Sohnes in Südtirol zunächst ein bisschen durchpusten dürfen.