Hannover (dpa) l Alle Spiele, alle Tore - der Werbespruch des im Fußball so präsenten Pay-TV-Senders Sky gilt bei der Fußball-Weltmeisterschaft für ARD und ZDF. Erstmals seit 1998 werden wieder alle 64 Partien einer WM von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern übertragen. Bei den zeitgleichen Partien weichen die Sender auf ihre Digital-Kanäle ZDF-info und Eins festival aus.

Das Zweite beginnt die WM-Berichterstattung am 12. Juni mit der Eröffnungsfeier und dem Auftaktspiel der Gastgeber gegen Kroatien. In der Vorrunde wird das Zweite nach der Absprache mit der ARD die Begegnung der deutschen Mannschaft gegen die USA übertragen. Die andern Gruppenspiele gegen Portugal und Ghana laufen im Ersten. In der K.o.-Phase dürfte das Zweite die DFB-Auswahl im Achtelfinale und im Halbfinale übertragen. Das Erste würde bei Erreichen des Viertelfinales die Mannschaft von Joachim Löw zeigen und ist so oder so beim Endspiel auf Sendung.

64 WM-Spiele bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gab es zuletzt 1998 bei der WM in Frankreich. Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea hatte Premiere mehrere WM-Spiele live und exklusiv übertragen. RTL hatte insgesamt 17 Spiele der Titelkämpfe in Deutschland 2006 und in Südafrika 2010 live gezeigt.

Eine Sublizenzierung einzelner WM-Partien war dieses Mal gescheitert, das Interesse bei den Privatsendern war wohl aus Kostengründen zu gering. Auch der Pay-TV-Sender Sky, der unter dem Namen Premiere dreimal dabei war, hat verzichtet, weil die Verantwortlichen gelernt haben, dass sich Fußball ohne Exklusivität für sie nicht lohnt.

ARD und ZDF berichten mit bekannten Journalisten, aber mit neuer Aufteilung aus Brasilien. Katrin Müller-Hohenstein moderiert für das ZDF nicht mehr an der Seite von Oliver Kahn, sondern meldet sich aus dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft. Ihr Pendant im Ersten als Moderator ist Gerhard Delling.

Neuer Partner des ARD-Experten Mehmet Scholl als Moderator bei den deutschen Spielen ist - statt Delling - in Brasilien Matthias Opdenhövel. Im Einsatz ist zudem Moderator Reinhold Beckmann mit dem brasilianischen Ex-Profi Giovane Elber als Experten an der Seite. Beim Zweiten bilden Oliver Welke und Kahn das Moderationsduo so wie bereits bei den Champions-League-Übertragungen.

Für die Kommentierung der Spiele hat die ARD drei erfahrene Journalisten im Einsatz: Tom Bartels, Gerd Gottlob und Steffen Simon. Beim ZDF wechseln sich bei den Live-Spielen vier Reporter ab: Béla Réthy, Wolf-Dieter Poschmann, Oliver Schmidt und Thomas Wark. Réthy sitzt beim Eröffnungsspiel am 12. Juni am Mikrofon. Bartels kommentiert am 13. Juli das Finale für die ARD.

Weil die öffentlich-rechtlichen Sender sparen wollen, teilen sie sich für die Moderation eine Dachterrasse an der Copacabana. ARD und ZDF arbeiten nach eigenen Angaben auch bei der Produktion, der Bereitstellung der technischen Infrastruktur und im Studiobereich "enger als je zuvor zusammen".

"Wir werden noch mal günstiger zusammenarbeiten als in Südafrika", versprach ARD-Programmdirektor Volker Herres: "Wir haben die Zusammenarbeit noch mal intensiviert. Viele Mitarbeiter sind für ARD und ZDF im Einsatz."Die Sportschau im Social Web:

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