Die WM in Brasilienbei Twitter: twitter.com/FIFAWorldCup

Brasilia | Die Fifa hat sich für die WM ein paar neue Dinge ausgedacht. Besonders die Schiedsrichter müssen sich umgewöhnen. Dem Gastgeberland trägt der Weltverband mit speziellen Sitzen für dicke Menschen Rechnung.

Torlinientechnologie: Diese Bilder schmerzten Joseph Blatter. Die offensichtliche Fehlentscheidung im WM-Achtelfinale 2010 zwischen Deutschland und England (4:1) brachten auch den Fifa-Präsidenten zum Umdenken. Die Einführung der Torlinientechnik wurde von der Fifa forciert. Nach Tests bei Confed Cup und der Club-WM werden nun erstmals bei einer WM die Tore per computerbasiertem System überwacht. Überschreitet der Ball die Torlinie, bekommt der Schiedsrichter ein Signal auf seine Armbanduhr. In allen zwölf Stadien wurde das System der deutschen Firma GoalControl für mehrere Millionen Euro installiert. Nach der WM soll es in den zwölf Stadien bleiben.

Schiri-Spray: Dieser Anblick wird für viele Fußball-Fans neu sein. Die Referees können bei Freistoß-Entscheidungen mit einer Spraydose den genauen Tatort markieren. Ziel: Die Freistoßmauer kann in Ruhe platziert werden. Und die Schützen nicht im Rücken des Unparteiischen den Ball weiter zum Tor platzieren. Nach einiger Zeit verschwindet der markierte Punkt wieder vom Grün. Bei der Club-WM und einigen Jugendturnieren der Fifa wurde das Verfahren schon getestet. Die Referees sind nicht alle überzeugt. Der deutsche Schiri-Boss Herbert Fandel meinte: "Ehrlich gesagt kann ich mich bislang damit nicht so recht anfreunden. Und eine wirkliche Notwendigkeit dafür sehe ich auch nicht."

Sondersitze für Dicke: Brasilien ist das Land des Körperkults. Bilder von gestählten und wohlgeformten Figuren in Badeshorts oder knappen Bikinis werden leicht mit dem Land am Zuckerhut in Verbindung gebracht. Tatsache ist aber auch, dass der Gegentrend nicht zu übersehen ist - und Millionen Brasilianer ein massives Figurproblem haben. Bei der WM wird dem Rechnung getragen mit einer eigenen Ticketkategorie. In jedem Stadion gibt es durchschnittlich 69 Sitze für fettleibige Zuschauer. Die Spezialsitze sind meist mit etwa 80 Zentimetern rund doppelt so breit wie herkömmliche Sitze. Berechtigt sind aber nur brasilianische Fans, die mit ärztlichem Attest einen entsprechend hohen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 nachweisen.