Die Vorfreude auf die heute beginnende 20. Fußball-WM in Brasilien ist riesengroß, die Aussicht auf den vierten Titelgewinn einer deutschen Nationalmannschaft nach 1954, 1974 und 1990 dagegen winzig klein. Missglücktes Trainingslager in Südtirol, unbefriedigende Testspiele, erneutes Verletzungspech, dramatisch gefallene Umfragewerte - nichts, rein gar nichts, deutet momentan auf ein erfolgreiches Abschneiden hin.

Die Probleme haben sich auch auf den Bundestrainer übertragen. Der nachdenklich und angespannt wirkende Joachim Löw scheint mehr Last als Lust zu empfinden. Weil er weiß, dass es eine Alles-oder-nichts-WM für ihn wird? Dass der Makel droht, keine wichtigen Spiele gewinnen zu können?

Wenige Tage vor dem richtungsweisenden Auftakt gegen Portugal hakt es an allen Ecken und Enden, vor allem an der WM-Tauglichkeit der sogenannten Leistungsträger. Dass es auch bei anderen Nationen nicht rund läuft, ist da nur ein schwacher Trost.