Bundestrainer Joachim Löw bangt am Samstag (21.00 Uhr MESZ/ARD) im zweiten WM-Gruppenspiel in Fortaleza gegen Ghana weiter um den Einsatz von Mats Hummels und warnt vor einem "bissigen Gegner". Derweil strotzt Tor-Gigant Thomas Müller voller Selbstvertrauen.

Fortaleza l (dpa) Möglicherweise ohne den verletzten Mats Hummels, dafür aber mit jeder Menge Rückenwind und einem blendend aufgelegten Goalgetter Thomas Müller setzt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihre Jagd nach dem vierten WM-Stern fort. Selbst wenn Löw gegen Ghana (21.00 Uhr MESZ/ARD) auf den Dortmunder Innenverteidiger Hummels verzichten müsste, ändert dies nach dem 4:0 zum Turnierauftakt gegen Portugal nichts an der Zielsetzung der DFB-Auswahl.

"Unser Auftaktsieg war wichtig und gut, aber wir müssen jetzt nachlegen. Mit einem Sieg können wir in der Gruppe davonziehen", sagte ein entspannt, aber dennoch total entschlossen wirkender Löw und machte deutlich: "Wer nachlässt, der verliert bei diesem Turnier."

Dass Hummels gegen die Black Stars zum Einsatz kommt, war zunächst noch völlig offen, wie der Bundestrainer berichtete. "Er war bislang noch nicht 100 hundertprozentig belastbar. Er macht das Aufwärmtraining mit, dann sehen wir weiter", so Löw am Freitag vor dem weitestgehend geheimen Abschlusstraining im Estadio Castelao von Fortaleza.

Der Bundestrainer erklärte, dass er nur ungern seiner Viererkette umstellen würde. Er äußerte aber zugleich das Vertrauen in mögliche Alternativen, falls Hummels wegen seiner gegen Portugal erlittenen Oberschenkelverletzung ausfällt. "Dann könnte Jerome Boateng ins Zentrum rücken, und wir hätten rechts einen neuen Spieler. Oder es könnten Matthias Ginter oder Shkodran Mustafi in der Innenverteidigung spielen", sagte Löw und nannte verschiedene Optionen.

Mustafi hatte Hummels bereits in der 73. Minute gegen Portugal ersetzt und war auf rechts gerückt. Hummels Position in der Innenverteidigung an der Seite von Jubilar Per Mertesacker, der sein 100. Länderspiel bestreitet, hatte Boateng übernommen.

Bei allem Selbstbewusstsein äußerte der Bundestrainer aber vor Ghana mächtig Respekt. Nicht zuletzt, weil der Gegner nach seiner 1:2-Auftaktpleite gegen die USA wie ein angeschlagener Boxer agieren werde: "Für Ghana ist es bereits ein Endspiel. Die werden kämpfen bis aufs Blut. Wenn sie nicht gewinnen, wird es für sie sehr schwierig.

Sami Khedira glaubt ebenfalls, dass Ghana "ein sehr unangenehmer Gegner ist, der sein letztes Hemd für sein Land gibt".

Dass es im letzte Gruppenspiel nicht wieder zu einer solch gefährlichen Konstellation kommt, soll natürlich auch Thomas Müller verhindern. Der 24-Jährige ist nach der Drei-Tore-Party gegen Cristiano Ronaldo & Co. "voller Selbstvertrauen" für die weiteren WM-Auftritte: "Aber das nächste Spiel geht von Null los und wir müssen schauen, dass wir ins Achtelfinale kommen. Auf etwas anderes konzentriere ich mich nicht." Auch Löw setzt auf den Müchner. "Er ist ein Spieler, der unberechenbar ist für den Gegner und immer für Tore gut", erklärte der Bundestrainer am Tag vor Ghana-Match.

Deutschland: Neuer (Bayern München/28 Jahre/46 Länderspiele) - Mustafi (Sampdoria Genua/22/2), Mertesacker (FC Arsenal/29/99), Boateng (Bayern München/25/40), Höwedes (FC Schalke 04/26/22) - Khedira (Real Madrid/27/47), Lahm (Bayern München/30/107), Kroos (Bayern München/24/45) - Özil (FC Arsenal/25/56), Müller (Bayern München/24/50), Götze (Bayern München/22/30)