Mit Lust und Drang zur Offensive sorgen die Teams für eine stimmungsvolle und torreiche WM. Am Zuckerhut werden neue taktische Entwicklungen beobachtet, aber auch uralte Klischees bestätigt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum fallen bei der WM so viele Tore?

Trotz extremer Klimabedingungen ist die taktische Ausrichtung auf Angriff ausgelegt. Eine starre 4-2-3-1-Formation gibt es bei den großen Nationen nicht mehr. Der Trend geht zurück zu zwei Angreifern oder noch häufiger zu einem 4-3-3. Bis die Kräfte schwinden wird auf eigenen Torerfolg gespielt. Lassen Kondition und Konzentration dann nach, fallen automatisch mehr Tore. 83 Treffer standen nach 29 Spielen zu Buche - der beste Trefferschnitt seit 1970 bahnt sich an.

Welche Rolle spielt das Klima in Brasilien?

Hitze im Norden, Kälte im Süden und Dauerregen an der Küste. In Brasilien geht auch beim Wetter vieles durcheinander. Die ganz große Auswirkung auf das Turnier hat das Klima aber noch nicht. Der Hitze-Index WBGT kletterte noch nie über die neuralgische Marke von 32 Grad. Dennoch ist eine hervorragende Physis Grundbedingung für Erfolg. Engländer und Italiener schwächelten nach ihrem ersten Auftritt im heißen Manaus anschließend im zweiten Spiel.

Warum tun sich viele Favoriten schwer?

Die Gründe sind vielfältig. Weltmeister Spanien hat offenbar den Umbruch verpasst, England diesen gerade erst begonnen. Und der noch etwas holprig agierende Gastgeber Brasilien spürt ebenso wie Mitfavorit Argentinien den großen Druck. Offenkundig ist auch, dass die vermeintlichen Außenseiter mit taktischer Disziplin und vor allem großer Leidenschaft auftrumpfen. Die Fußball-Welt ist schon lange enger zusammengerückt.

Was macht die Außenseiter so stark?

Chile und Kolumbien galten als unangenehme Kontrahenten. Doch nun spielen auch Costa Rica und Mexiko groß auf. Diese Mannschaften nutzen ihren Heimvorteil in ähnlicher Zeit- und Klimazone konsequent. Ihr größtes Plus ist aber das große Fußballherz.

Wer wird der große Star der WM?

Die Suche nach dem Superstar für die WM in Brasilien dürfte bis zum Finale spannend bleiben. Gleich die erste Turnierwoche wurde von vielen nationalen Heroen geprägt. Und fast alle trafen mehrfach - von Arjen Robben über Karim Benzema bis zu den heißesten Anwärtern Lionel Messi und Neymar. Thomas Müller hat schon drei Tore auf seinem Konto - Miroslav Klose zog mit Nummer 15 mit WM-Rekordmann Ronaldo gleich. (dpa)