Manaus (dpa) l Von einem Nichtangriffspakt beim brisanten Wiedersehen mit der deutschen Mannschaft wollte Jürgen Klinsmann schon kurz nach dem Last-Minute-Schock gegen Portugal nichts wissen. "Wir sind gute Freunde, aber es wird keinen Anruf geben", sagte der Nationaltrainer der USA zur spitzbübischen Frage, ob er sich mit seinem Nachfolger Joachim Löw nicht vielleicht auf ein Remis einigen wolle, das beiden Teams zum Einzug ins Achtelfinale genügen würde. "Es ist keine Zeit für Freundschaftsanrufe, jetzt geht es ums Geschäft. Ich denke nicht daran, was in den Köpfen anderer Leute vorgeht."

Klinsmann ist schon im DFB-Modus für das Duell am kommenden Donnerstag und versprach Vollgas. So hielt sich der 49-Jährige auch mit der kalten Dusche im heißen Manaus nicht lange auf. "Wir nehmen diesen Punkt und reden nicht mehr über Portugal", sagte der Architekt des Sommermärchens von 2006 nach dem unglücklichen 2:2 (0:1) gegen den WM-Vierten von damals.

Im Glutofen Manaus brachte Nani Portugal früh in Führug (5.), ehe der Ex-Schalker Jermaine Jones mit einem Gewaltschuss (64.) und Dempsey (81.) die Partie drehten. Doch dann legte der wieder einmal von seiner Galaform weit entfernte Superstar Cristiano Ronaldo für Joker Silvestre Varela auf, der in der fünften Minute der Nachspielzeit das Remis rettete und so die Portugiesen noch im Wettbewerb hielt.

"Emotionale Achterbahn-Fahrt" schrieb die "Sports Illustrated", bei "ESPN" war von einem "absoluten Herzbrecher" die Rede. Und selbst Basketball-Superstar Dirk Nowitzki, der die Partie in Dallas vor dem TV verfolgte, twitterte verärgert: "Wow, das ist ein schweres Ding."

Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat nach dem USA-Duell dagegen kaum noch Hoffnung, das blamable Vorrundenaus abzuwenden. "Mathematisch ist es möglich, aber tatsächlich ist es fast unmöglich", meinte der 29-Jährige, dem allmählich die Worte fehlen. "Was schiefgelaufen ist, weiß ich nicht. Ich kann es nicht erklären."