Recife (SID) l Präsident Barack Obama feuert sein "Team USA" an, "Beißer" Luis Suárez bittet die Welt um Vergebung und Gastgeber Brasilien bricht alle Rekorde: Die sozialen Netzwerke sind bisher "DAS" Barometer der WM, stets am Pulsschlag des Turniers. Doch Vorsicht: Das sorglose Gezwitscher kann schnell mal nach hinten losgehen.

Ein umstrittener Tweet der niederländischen Fluggesellschaft KLM sorgte zu Beginn der Woche für reichlich Internet-Ärger. Nach dem 2:1 der Elftal um Superstar Arjen Robben im Achtelfinale gegen Mexiko twitterte das "königliche" Unternehmen den Spruch "Adios Amigos" und dazu ein Foto eines Schildes mit der Aufschrift "Departures" (Abflüge). Der vermeintliche PR-Coup ging ordentlich nach hinten los. Weil sich vor allem mexikanische User durch den Eintrag rassistisch beleidigt fühlten, wurde er ruckzuck wieder gelöscht. KLM blieb nichts anderes übrig, als sich in aller Öffentlichkeit zu entschuldigen.

Die sozialen Netzwerke werden immer mehr zur gezielten Eigenwerbung und Imagebildung genutzt. Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Fotos aus der deutschen Kabine, Obama beim Anfeuern des US-amerikanischen Teams in der "Air Force One" oder Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff als Seleção-Fan von der Tribüne aus - auch die Politik hat Sportveranstaltungen inzwischen als multimediale Bühne für sich entdeckt.

Spieler wie Luis Suárez sind im Umgang mit Twitter und Co. längst Profis. Sie nutzen die Internet-Plattformen für eher belanglose Kommentare oder aber auch für persönliche Stellungnahmen. Wie groß das Interesse an Kurznachrichten bei Twitter inzwischen ist, belegen die Zahlen. Brasiliens Viertelfinaleinzug am Sonntag sorgte für einen nie dagewesenen Boom. 16,4 Millionen Tweets machten den Erfolg des Gastgebers im Achtelfinale gegen Chile zum bislang meistkommentierten Fußball-Ereignis in der Geschichte der Plattform.

Die deutsche Nationalmannschaft bei Twitter: www.twitter.com/DFB-Team