Rio de Janeiro (dpa) l Hohn und Spott war Englands WM-Urlaubern gewiss. Es werde "ein Höllensommer" hatte Steven Gerrard noch in Brasilien angesichts des frühen Aus` gejammert - nur 48 Stunden nach der Rückkehr schien jeder Frust vergessen. In einer Art öffentlichem Bilder-Tagebuch präsentiert der Kapitän seitdem seinen Familienurlaub mit den Töchtern Lilly-Ella, Lourdes and Lexie am Meer, im Pool, beim Golfen und auf dem Jet-Ski. "Steven Gerrard hat sich entschieden, nicht in Selbstmitleid zu schwelgen", schrieb die "Daily Mail" süffisant.

Auch andere WM-Heimkehrer nehmen sich ein Vorbild und lassen die Welt an ihrer Sommerpausen-Gestaltung teilhaben. Jermaine Jones grüßt mit seinen fünf Kindern aus Los Angeles, Andrea Pirlo schickt im rot-weißen Pünktchen-Hemd "Un saluto" aus New York, wo er auf Cesc Fábregas mit familiärem Anhang treffen könnte. Die entthronten spanischen Weltmeister Diego Costa, Gerard Piqué und Fábregas hatten sich entschieden, zunächst ein paar Tage länger in Brasilien zu bleiben, um auszuspannen und machten dann auf Individualtouristen.

Sein Mitteilungsbedürfnis in sozialen Netzwerken stillt auch Ghanas Kevin-Prince Boateng - ob im Hipster-Outfit mit Filzhut und Reisetaschen im Louis-Vuitton-Stil oder auf dem Tennisplatz mit dem Kommentar: "Nicht wirklich mein Sport." Dass es im Urlaub nicht immer der höchste Glamourfaktor sein muss, beweist der Bosnier Edin Dzeko mit einer leicht verschwommenen Aufnahme neben seinen Kumpeln im "Barba sea food / street food"-Laden von Dubrovnik. Von mehr klassischer Schönheit zeugt der Luxuskörper von Cristiano Ronaldo, aufgenommen im Gegenlicht des Sonnenuntergangs.

Mit der gezielt gestreuten Mitteilsamkeit wollen die Superstars die Deutungshoheit über ihr Privatleben erlangen. Doch auch so darf sich Portugals Weltfußballer nach dem Scheitern in der WM-Vorrunde gewiss sein, dass Boulevardmedien seine Schritte auf Mykonos verfolgen - gepaart mit der Frage: Warum ist seine Freundin Irina Shayk wohl nicht mitgereist? Seine Frau Coleen weicht dagegen Englands Wayne Rooney beim Party-Trip nach Las Vegas hingegen nicht von der Seite.