Brasília - Luiz Felipe Scolari streckte am Spielfeldrand die Zunge heraus und langte sich an den Hals, als habe man ihn aus einem Würgegriff befreit. Das Tor von Mittelstürmer Fred beim 4:1-Sieg gegen Kamerun sorgte bei Brasiliens Trainer für große Erleichterung.

Entgegen allen Kritiken hatte Scolari an dem 30-Jährigen von Fluminense FC festgehalten, obwohl der beste Torschütze des Confederations Cups zuletzt wie ein Fremdkörper wirkte.

Am Montagabend aber startete Fred in der 49. Minute einen Jubellauf - endlich der erste WM-Treffer! Erstmals war der Angreifer mit einem Schnauzer aufgelaufen. "Ich habe ihm erzählt, dass er einen Bart braucht, dann trifft er auch", sagte der zweifache Torschütze Neymar nach dem Abpfiff lächelnd. "Nach dem Tor habe ich ihm gesagt: \'Siehst du! Mit Bart triffst du."

Auch Scolari frohlockte: "Fred war extrem gierig auf das Tor. Er wusste, dass er mein Vertrauen hat. Noch ist er nicht der Fred vom Confederations Cup." Der Torschütze selbst war überglücklich. Er habe viel Kritik einstecken müssen, "einige ungerechtfertigte und einige korrekte. Aber ich habe sie genutzt, um mich zu verbessern". Und dann verabschiedete er sich zufrieden ins WM-Quartier, wo er endlich wieder gut einschlafen konnte.