Düsseldorf - Kroatien nimmt das WM-Abenteuer in Brasilien mit einer kleinen, aber feinen Bundesliga-Abordnung auf. Selbst das Trainer-Gespann Niko und Robert Kovac verbrachte den mit Abstand größten Teil der aktiven Karriere in der deutschen Eliteklasse.

Chefcoach Niko (42) und sein jüngerer Bruder Robert (40) sind in Berlin geboren und begannen ihre Karriere bei SC Rapide Wedding und Hertha Zehlendorf. Als Profis spielten sie danach viele Jahre für mehrere Bundesliga-Clubs, u.a. gemeinsam bei Bayer Leverkusen und Bayern München. Mit den Bayern wurden sie 2001 Weltpokalsieger und 2003 Meister und Pokalsieger.

Erst im Oktober 2013 übernahm das Duo die Verantwortung für die Nationalelf, für die beide jeweils mehr als 80 Länderspiele bestritten. Als die WM-Qualifikation unter Igor Stimac in Gefahr geriet, beförderte Verbandspräsident Davor Suker das Brüderpaar, das zuvor acht Monate lang für das U 21-Team zuständig war.

Mit den erfolgreichen Playoff-Spielen gegen Island (0:0/2:0) gelang Kroatien noch der Sprung nach Brasilien. "Am 12. Juni nun unsere Mannschaft vor wahrscheinlich zwei Milliarden Zuschauern in das Eröffnungsspiel gegen Brasilien führen zu dürfen, ist schon ein steiler Aufstieg", meint "Chef" Niko Kovac. Er hat eine gute Mischung im Team um Real-Star Luka Modric beisammen. In Bayerns Torjäger Mario Mandzukic, den Wolfsburgern Ivica Olic und Ivan Perisic, der beim 2:1 im Test gegen Mali beide Tore erzielte, stehen drei Bundesligaspieler im Kader. Hinzu kommt der Ex-Schalker Ivan Rakiti (FC Sevilla). Daheim bleiben müssen Ivo Ilicevic und Milan Badelj. Die beiden HSV-Profis wurden in der Vorbereitung wieder aussortiert.

Leicht wird es für den WM-Dritten von 1998 nicht, das Achtelfinale zu erreichen. Nach Brasilien heißen die Gegner Kamerun und Mexiko. Gleichwohl ist genau das laut Niko Kova das erste Ziel: "Wir müssen nicht die nächste Runde erreichen, aber wir wollen."