Mexiko-Stadt - In Sachen markiger Worte dürfte Mexikos Nationalcoach Miguel Herrera bei der Fußball-WM nur schwer zu schlagen sein.

"Wir werden um jeden herrenlosen Ball kämpfen, damit er uns gehört", sagte der Trainer der "El Tri" jüngst und schickte eine klare Kampfansage an WM-Gastgeber und Gruppengegner Brasilien. "Wir werden mit Sicherheit mehr als sie rennen, denn wenn wir gewinnen wollen, werden wir rennen müssen", sagte Herrera mit Blick auf das Duell am 17. Juni in Fortaleza.

Allerdings mussten die Mexikaner auch noch eine schlechte Nachricht verkraften: Angreifer Luis Montes verletzte sich im Testspiel gegen Ecuador schwer und fällt mit einem Schien- und Wadenbeinbruch aus. Ungeachtet dessen formulierte Herrera optimistisch-vollmundig: "Brasilien zu schlagen, wird uns gut tun und unsere Moral heben. Das ist die Mentalität, die wir zeigen müssen." Zumal es in der Partie schon um viel gehen kann: Den Auftakt bestreitet Mexiko gegen Kamerun, zum Abschluss der Gruppenphase geht es gegen Kroatien.

Nach der mühsamen und erst in den Playoffs gegen den Fußball-Zwerg Neuseeland erreichten Qualifikation wundern solche Worte, doch offensichtlich hat sich Herrera mit seinen Mexikanern auch Respekt bei den Gegnern verschafft. Herreras Hauptgegner heißt nach eigenem Bekunden Brasilien und dessen Coach Luiz Felipe Scolari.

"Wir haben uns unterhalten und er sagte, für sie sei Mexiko wie ein Stein im Schuh. Wir hoffen, dass wir der Felsen sind und kein Stein", meinte Herrera, der in seiner Heimat längst Liebling der Massen ist. Auch wegen seiner deutlichen Worte.

Bislang ist Mexiko nur beim Trainerverschleiß ganz vorn dabei. Der Olympiasieger quälte sich mit insgesamt vier Trainern durch die Qualifikation. Erst die Playoffs, in denen Neu-Coach Herrera ganz auf Legionäre verzichtete, absolvierte Mexiko mit 5:1 und 4:2 gegen Neuseeland locker. In Brasilien sind die Stars aus Europa aber dabei. Herrera berief auch Leverkusens Abwehrspieler Andrés Guardado in das Aufgebot, im dem auch Stürmerstar Javier Hernández von Manchester United sowie Diego Reyes und Héctor Herrera vom FC Porto stehen.