Tokio - Die Hoffnungen Japans auf ein starkes Abschneiden bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien sind ganz eng mit Shinji Kagawa verknüpft.

Doch der frühere Dampfmacher von Borussia Dortmund kämpft auch zwei Jahre nach seinem Abschied aus der Bundesliga mit großen Anpassungsproblemen in der englischen Premier League. Vor der fünften WM-Teilnahme seines Landes sieht sich der 25-Jährige von Manchester United dennoch besonders gefordert. "Mein Wille für diese Endrunde ist groß und ich sollte derjenige sein, der das Team führen sollte", betonte der Mann aus Kobe vor seinem WM-Debüt. "Wenn man an der WM teilnimmt, will man auch versuchen, Weltmeister zu werden. Ich weiß aber sehr wohl, dass es sehr schwer wird."

Der italienische Trainer Alberto Zaccheroni ist vor der Dienstreise die Ruhe selbst. "Ich bin seit 30 Jahren Trainer. Ich habe genug Erfahrung, um zu wissen, wie wir mit Faktoren wie der Stärke der anderen Mannschaften, der Hitze und dem Reisen umzugehen haben", erklärte der ehemalige Coach des AC Mailand. Wie zuletzt 2010 in Südafrika soll mindestens der Sprung ins Achtelfinale glücken. "Wir wollen Weltmeister werden", meinte Verteidiger Gotoku Sakai vom VfB Stuttgart sogar ganz kess.

Aber wie gut ist Japan wirklich? Das Team verfügt jedenfalls über großes Potenzial, es kann ein extrem dynamisches Spiel aufziehen. Dass es Nippon sehr eilig haben kann, zeigte sich nicht zuletzt darin, dass sich Zaccheronis Truppe als erste Mannschaft für die WM qualifizieren konnte. "Wie stark unser Team ist, zeigt sich auch daran, dass Shinji Kagawa für Manchester United spielt, Yuto Nagatomo für Inter Mailand und Keisuke Honda für den AC Mailand - drei Weltclubs immerhin", sagte Stürmer Shinji Okazaki "FIFA Weekly".

Auf die Tore des Mainzers bauen die Japaner. Und überhaupt ist die Bundesliga für Zaccheroni, der die "Blauen Samurai" als sechster ausländischer Coach betreut, ein wichtiges Reservoir. Insgesamt sieben Profis aus Deutschland stehen im 23-köpfigen WM-Kader. Darunter auch Kapitän Makoto Hasebe vom 1. FC Nürnberg, der sich nach einer Knieverletzung immer besser heranarbeitet.