London - In den kurzen Urlaub nach der Saison mit ManUnited fuhr Wayne Rooney nicht alleine. Gen Portugal folgten dem Stürmerstar zwei Fitnesstrainer - der 28-Jährige ist wild entschlossen, nach zwei Weltmeisterschaften voller Enttäuschungen endlich auf der größten Bühne zu brillieren.

"Ich habe bislang noch nicht bei einer WM getroffen und das will ich richtig stellen, weil es mich ärgert", betonte Rooney. "Ich will es dieses Mal besser machen, nicht für mich selbst, sondern weil ich weiß, dass ich dem Team helfe, wenn ich gut spiele."

Zwar hofft Englands Nummer Zehn nach zwei torlosen WM-Fehlschlägen endlich auf Erfolgserlebnisse, doch nach Brasilien wird er von jeder Menge Zweifeln begleitet. Sogar der früherer Clubkollege Paul Scholes stellte schon seinen Stammplatz in Frage.

Abseits von Rooney, Kapitän Steven Gerrard und dem in die Jahre gekommenen Veteranen Frank Lampard gibt es wenige erfahrene Stützen im Team der Three Lions. Nur zwölf der 23 WM-Kicker, auf die sich Hodgson bereits frühzeitig festgelegt hat, hatten zu Beginn der Vorbereitung mehr als zehn Länderspiele absolviert.

Vor der Nominierung hatte das frühere Offensiv-As Michael Owen den Coach aufgefordert, etwas "Abenteuer" zu wagen - Roy Hodgson macht aus dem Brasilien-Trip eine Jugend-Expedition. "Jeder Spieler ist dabei, weil ich glaube, dass er schon jetzt gute Leistungen bringen kann", erklärte der 66-Jährige seine Auswahl. "Glaube ich, dass England die WM gewinnen kann? Ja."

Schon angesichts der anspruchsvollen Gruppe mit den früheren Weltmeistern Italien und Uruguay sowie Costa Rica scheint der Traum vom ersten WM-Titel seit 48 Jahren fast irreal. So unrealistisch, dass selbst die eigene Regierung nicht an einen langen Aufenthalt des Hodgson-Teams in Südamerika glaubt: Zwar wurden die Regeln für einen späteren Zapfenstreich in Pubs gelockert. Doch "eine hohe Wahrscheinlichkeit" bestehe eh nicht, dass England die Vorrunde überstehe, beschwichtigte ein Mitglied des Innenministeriums.