San José - Costa Ricas Nationaltrainer Jorge Luis Pinto gilt als erfahrener Taktik-Experte. Bei der Fußball-WM in Brasilien wird der 62-Jährige sein ganzes Know-how aus 30 Jahren als Coach brauchen, um die Sensation zu schaffen.

In der Gruppe D mit den drei früheren Weltmeistern England, Italien und Uruguay sind die Ticos klarer Außenseiter - wollen aber dennoch ins Achtelfinale. "Das macht uns keine Angst, das motiviert uns", kündigte Pinto selbstbewusst an.

Elf Spieler im 23-köpfigen WM-Kader des kleinen Landes verdienen ihr Geld in Europa. Neben Abwehrspieler Junior Diaz vom FSV Mainz 05 sind Kapitän und Mittelfeld-Regisseur Bryan Ruiz von PSV Eindhoven, Torhüter Keylor Navas von UD Levante und Stürmer Joel Campbell von Olympiakos Piräus einige der Leistungsträger. Es fehlt jedoch ein ganz großer Name, die Mannschaft überzeugt vor allem als Kollektiv. "Unsere Stärke liegt in der Geschlossenheit", erklärte Diaz.

Darüber hinaus wird für Costa Rica bei der WM gegen Stürmerstars wie Wayne Rooney, Mario Balotelli oder Luis Suarez auch die defensive Ordnung entscheidend sein. Unter Pinto entwickelte sich die Abwehr zu einem der Trümpfe des kampfstarken Teams - mit sieben Gegentoren in zehn Spielen stellten die Ticos in der Qualifikation die beste Abwehr. Bereits zwei Spieltage vor Schluss lösten sie das WM-Ticket.

Für den sechsmaligen Zentralamerika-Meister ist es die vierte WM. Bisher größter Erfolg war das Achtelfinale 1990 in Italien, 2002 und 2006 nach der Niederlage im Eröffnungsspiel gegen Deutschland war in der Vorrunde Schluss. Die Euphorie in Costa Rica ist dennoch groß. "Es ist keine große Freude, dabei zu sein, unser Land erwartet sehr viel von uns", sagte Kapitän Bryan Ruiz FIFA.com.

Verzichten muss Pinto in Brasilien auf den verletzten Bryan Oviedo und Top-Torjäger Álvaro Saborío, der sich in der WM-Vorbereitung den Mittelfuß brach. Dennoch kündigte Diaz an: "Wir werden für unsere Chancen kämpfen. Und versuchen, Geschichte zu schreiben."