Salvador - Karim Benzema hätte allen Grund gehabt, böse auf Björn Kuipers zu sein.

Der niederländische Schiedsrichter pfiff das WM-Vorrundenspiel zwischen der Schweiz und Frankreich am Freitag in Salvador ab, bevor der Angreifer von Real Madrid in der Nachspielzeit zum Torschuss ansetzte, und verhinderte damit den vierten Turniertreffer des 26-jährigen Franzosen. Benzemas Schuss flog am Schweizer Keeper Diego Benaglio vorbei ins Tor und hätte das 6:2 für die Equipe tricolore bedeutet - wenn Kuipers die Partie nicht kurz zuvor vorher beendet hätte. So wurde es nichts für Benzema mit der alleinigen Führung in der WM-Torschützenliste.

Ein vergleichbarer Fall hatte sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien zugetragen, als der walisische Unparteiische Clive Thomas das Spiel zwischen Brasilien und Schweden abpfiff, obwohl sich der Ball bei einer Ecke gerade in der Luft befand. Zico verwertete die Hereingabe zum vermeintlichen 2:1-Siegtreffer, doch die Partie war bereits beendet. "Unglaublich, so etwas habe ich noch nicht erlebt", schimpfte der damalige brasilianische Trainer Claudio Coutinho nach dem 1:1. Hätte der Treffer gezählt, wäre Brasilien statt Österreich als Gruppensieger in die zweite Finalrunde eingezogen und Weltmeister Argentinien aus dem Weg gegangen.