Berlin - Der Tod des damals 27 Jahre alten Stürmers Christian Benitez trübte die Freude über die dritte WM-Teilnahme Ecuadors.

Der 58-fache Nationalspieler, der 24 Tore für das kleine südamerikanische Land geschossen hatte, war während der Qualifikationsphase an einem Herzinfarkt gestorben. "Er ist nicht zu ersetzen", sagte Nationaltrainer Reinaldo Rueda.

Mittlerweile hat der kolumbianische Coach aber den Blick auf die WM in Brasilien gerichtet. Seine Zielsetzung hat mit Understatement wenig zu tun: "Ich möchte sieben Partien bei der WM spielen. Das ist das, was ich immer meinen Spielern sage." Sieben Begegnungen würden den Einzug ins Halbfinale bedeuten. Mit dabei ist auch Carlos Gruezo vom VfB Stuttgart, der es überraschend in den 23-Mann-Kader schaffte.

Ecuador gehört nicht zu den traditionellen Fußball-Giganten aus Südamerika. Und bereits die Gruppen-Phase wird schwer genug für das nur 15 Millionen Einwohner zählende Land sein, das bei der WM 2006 in Deutschland das Achtelfinale erreicht hatte. In der Gruppe E ist Frankreich der große Favorit. Mit der Schweiz und Honduras wird sich das Rueda-Team wohl um Platz zwei streiten müssen.

Interessanterweise verhalf der Trainer dem Gruppen-Gegner Honduras vor vier Jahren in Südafrika zur ersten WM-Teilnahme überhaupt. Das Auftaktmatch bestreitet Ecuador am 15. Juni in Brasilia gegen die Schweiz und ihren deutschen Trainer Ottmar Hitzfeld.

Die Schwachstelle der Ecuadorianer ist die Verteidigung. Dort spielt kein einziger Profi, der sein Geld in Europa verdient. Der Star des Teams ist Mittelfeldspieler Antonio Valencia, der seit 2009 für Manchester United spielt. Er tätowierte sich das Gesicht Benitez\' kurz nach dessen Tod auf den Oberarm. Der 68-fache Nationalspieler ist einer von nur fünf Spielern, die im jungen Team der "Tricolor" bereits Erfahrungen bei einer WM sammeln konnten. Angreifer Felipe Caicedo erhöhte seinen Bekanntheitsgrad durch seine Stationen bei Manchester City in England und dem spanischen Erstligisten Malaga.