Magdeburg. Den ersten Ball seit dem Vier-Nationen-Turnier mit der Nationalmannschaft wird Dario Quenstedt am heutigen Sonnabend halten, dann hat sich sein grippaler Infekt so weit verzogen, dass die Teilnahme am Mannschaftstraining beim SCM wieder möglich ist. Am Freitag musste er noch laufen, eine Dreiviertelstunde lang. Das war sein Programm. Kein sonderlich beliebtes unter Torhütern.

Aber heute geht es los. Heute schwebt er mit dem Rückenwind ein, der ihn schon seit einigen Tagen nach vorn weht. Zunächst hat er mit Freundin Katharina zum Jahreswechsel London genossen. "Das war wirklich ein schöner Jahresabschluss", schwärmt Quenstedt. Dann hat ihn Bundestrainer Martin Heuberger am vergangenen Wochenende im Team des Deutschen Handball-Bundes (DHB) erst gegen Russland (35:26) elf Minuten und gegen Island (32:24) 45 Minuten eingesetzt. "Ich würde sagen, gegen Island habe ich mein richtiges Debüt gegeben. In den Stunden zuvor war ich sehr aufgeregt. Ich habe versucht, die Mitte zwischen Anspannung und Lockerheit zu finden", erinnert sich Quenstedt.

Das war ihm so gut gelungen, dass er jeden zweiten Wurf der Isländer parierte. Letztlich kam er in der Statistik der gehaltenen Bälle also auf 51 Prozent. "Ich denke, dass ich mich für weitere Einsätze empfohlen habe", ist sich der 24-Jährige sicher. "Die Erfahrung würde ich jedenfalls gerne noch einmal machen." Wenn am 1. Februar in Leipzig die Heuberger-Sieben traditionell gegen ein All-Star-Team antritt, ist er dabei. Ob in der A- oder beim Spiel der B-Mannschaft gegen DHfK Leipzig, "das weiß ich noch nicht".

Wie er seine Leistung in der Hinrunde dieser Bundesliga-Saison einschätzen würde, das weiß Quenstedt so spontan auch nicht. "Sicherlich waren da sehr gute Spiele dabei", sagt er nach einer längeren Pause und meinte zum Beispiel die Partien gegen Hannover-Burgdorf, gegen Eisenach, gegen Kiel oder in der Schlussphase zu Hause gegen Flensburg-Handewitt. "Da habe ich viele oder sehr wichtige Bälle gehalten." Und dann gab es die Partien, "in denen ich auch ein-, zweimal danebengegriffen habe." Woran das letztlich lag, lässt sich aus Quenstedt-Sicht spontan erklären: "Es ist doch klar, dass die Automatismen nicht vorhanden sind, wenn man ständig mit einer neuen Abwehr spielen muss", blickt er auf die Verletztenmisere mit ständig wechselnden Protagonisten zurück. Aber allein in dieser Hinsicht lag nicht das Problem der Magdeburger: "Wenn wir selbst die leichtesten Chancen vergeben, dann wird es natürlich schwer für uns."

Dario Quenstedt selbst kann nur im glücklichsten Umstand selbst ein Tor erzielen, ansonsten "muss ich auf meine Quote schauen, allein dafür bin ich verantwortlich", betont er. Wenn die und jene von Gerrie Eijlers außerdem in der Rückrunde stimmt, ist das ein erster Schritt zum Saisonziel. Und das heißt nach wie vor: Platz sechs, den Melsungen mit vier Zählern Vorsprung auf den SCM (8.) belegt. "Vier Punkte Rückstand hört sich nicht viel an", erklärt Quenstedt, "aber dazu müssen wir vieles auch umsetzen."