Magdeburg l Geir Sveinsson hat offensichtlich viele Fähigkeiten und Vorzüge. Der 49-jährige, der beim SCM einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, sei mit 340 Länderspielen im Trikot der Isländer nicht nur ein "überaus erfahrener Handballfachmann", sondern habe als ambitionierter Trainer auch "ein Augenmerk auf die Heranführung junger Leute", betonte Steffen Stiebler. Zudem sei der langjährige Kapitän der Nationalmannschaft "eine große Persönlichkeit mit einer sehr sympathischen Ausstrahlung" und ein "absoluter Teamplayer", nannte der von Schmedt zum Sportlichen Leiter beförderte Stiebler weitere Kriterien, die den Isländer für seinen neuen Job in Magdeburg prädestinieren.

Fliegen kann aber selbst Sveinsson nicht, und deswegen fehlte er auch bei der vom SCM kurzfristig einberufenen außerordentlichen Pressekonferenz am späten Nachmittag in Magdeburg. Noch wenige Stunden zuvor soll der Isländer im Büro seines derzeitigen österreichischen Arbeitgebers A1 Bregenz gesessen habe. Hier hatte man offensichtlich in Windeseile versucht, mit einem neuen, verbesserten Angebot zur Verlängerung des im Juni auslaufenden Vertrages einen Wechsel des Trainer zu verhindern.

Doch Sveinsson war bereits Feuer und Flamme für die neue Herausforderung. Ein Angebot aus der Handball-Bundesliga sei einfach zu verlockend gewesen. Dennoch war ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen: "Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Vertrag heute mit gemischten Gefühlen unterzeichnet habe.

Bregenz bedauert Abgang


Einerseits bin ich traurig, dass ich Bregenz verlassen werde - andererseits freue ich mich auf die spannende Aufgabe in Magdeburg", wird Sveinsson, der mit seiner Ehefrau Johanna und seinen drei Kindern nach Magdeburg umziehen wird, im österreichischen Rundfunk ORF zitiert.

Obwohl Bregenz gerne noch ein weiteres Jahr mit dem Isländer zusammen an der Entwicklung der jungen Mannschaft gearbeitet hätte, hat auch Sportdirektor Roland Frühstück vollstes Verständnis dafür, dass Sveinsson dem Lockruf der Magdeburger folgt: "Wir sind zwar traurig, dass wir Geir verlieren, auf der anderen Seite freut es uns aber, dass wir innerhalb weniger Jahre nach Dagur Sigurdsson (Anm. d. Red.: Füchse Berlin) den zweiten Trainer zu einem Engagement in der besten Liga der Welt verhelfen zu können", so Frühstück.

In Magdeburg sind derweil alle glücklich, dass Sveinsson im Sommer Interimscoach Uwe Jungandreas und den zuvor nach dreieinhalb Jahren entlassenen Frank Carstens beerben wird: "Wir sind überzeugt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben und Sveinsson die Weiterentwicklung der Mannschaft qualitativ und in Verbindung mit der Nachwuchsförderung vorantreibt. Zudem kommt uns natürlich sehr entgegen, dass unser neuer Trainer sieben Sprachen beherrscht und mit keiner Doppelfunktion als Nationalcoach belastet sein wird", erklärte Stiebler.

Vertragsverlängerungen

Schmedt verkündete zudem "elementare Strukturveränderungen", die der Manager in drei Schwerpunkte unterteilte:

1. Mit Stiebler wird beim SCM ein Sportlicher Leiter eingesetzt, deren Hautaufgabe "die Umsetzung der mittel- und langfristigen Strategie sowie die einvernehmliche Kaderplanung mit dem Cheftrainer beinhalte". Es erfolge somit eine Trennung der Aufgabenfelder, die bislang von Carstens in Alleinregie wahrgenommen worden waren.

2. Neuordnung der Anschlussförderung. Danach werde sich der SCM künftig wieder mehr der Nachwuchsspieler mit Erstligapotenzial widmen, betonte Schmedt. Die Konzentration liegt auf der Selektion sowie der individuellen Förderung der Spieler, die schneller an den Trainings- und Spielbetrieb des Erstligakaders herangeführt werden sollen. Mit dieser Aufgabe werde neben dem Cheftrainer auch Bennet Wiegert als Nachwuchskoordinator betraut.

3. Überprüfung der extremen und langwierigen Verletzungssituation. Schmedt: "Es geht uns dabei vor allem darum, die Verletzungsanfälligkeit in Zukunft zu minimieren."

Zudem gab Stiebler bekannt, dass die auslaufenden Verträge von Yves Grafenhorst (bis 2015) sowie von Jure Natek (2016) verlängert wurden. Die Neuverpflichtung von Torhüter Jannick Green sowie Rückraumspieler Espen Lie Hansen (Volksstimme berichtete), wurden noch nicht bestätigt. Dies wird erst nach Ende der laufenden EM erfolgen.

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