Magdeburg/Dessau l SCM-Kapitän Fabian van Olphen steckt in der Klemme. Mit nur fünf Akteuren der ersten Mannschaft, die sich beim Training der Youngsters einklinken, sei ohnehin "vieles Improvisation" und die Situation mit Blick auf die Vorbereitung auf Teil zwei der Handball-Bundesliga "alles andere als optimal". Auch das am Sonntag in Dessau anstehende Turnier sei unter der besonderen Konstellation "keine einfache Aufgabe". Da käme es einer Katastrophe gleich, wenn der mit einer Erkältung angeschlagene Abwehrchef auch noch schlappmachen würde. Also wird er sich durchbeißen: "Es wird schon gehen. Ich mache im Training einen Tag Pause, dann sehen wir weiter."

Die Situation ist aus van Olphens Sicht auch deshalb besonders ärgerlich, weil der Erholungseffekt nach einem Kurzbesuch in der holländischen Heimat und anschließendem einwöchigen Familien-Skiurlaub auf der Seiser Alm in Südtirol ("Es war traumhaft und mit den Zwillingen eine ganz neue Erfahrung. Auf 2000 Metern Höhe bekommst du außerdem super den Kopf frei."), durch die Zwangspause kaum zum Tagen kommt. Doch wenn der 33-Jährige wieder voll da ist, will er aus der derzeitigen Personal-Not eine Tugend machen. "Erst einmal vorneweg: Ich gönne es jedem, bei einer WM zu spielen. Die Jungs sollen Spaß haben und es genießen. Und dass so viele fehlen, ist indirekt ja auch eine Auszeichnung für den Verein. Uns Daheimgebliebenen bietet sich dafür die Gelegenheit, viel im individuellen Bereich zu trainieren." Zwar hätte er nach der super Erfolgsserie am liebsten durchgemacht bis zum Gehtnichtmehr, "aber ich habe schon gemerkt, dass mein Körper eine Pause braucht. Das Alter macht sich eben doch bemerkbar, und es tat schon das eine oder andere Körperteil etwas doller weh".

Zu den Zielen beim Turnier in der Dessauer Anhalt-Arena, wo der Vorjahresdritte durch neun Youngsters "aufgefüllt" wird, meint van Olphen: "Die Besetzung ist nicht ohne, und natürlich wollen wir jede Partie gewinnen. Das Wichtigste ist aber, so schnell wie möglich in den Spielmodus reinzukommen."