Dessau l Für die Magdeburger lief der Auftakt vor 1500 Zuschauern denkbar schlecht. Die mit Fabian van Olphen, Yves Grafenhorst, Dario Quenstedt, Michael Haaß und Jacob Bagersted angereiste Rumpftruppe war noch weiter geschrumpft: Der nach dem ungewohnten Jiu-Jitsu-Training vom Sonnabend mit Nackenschmerzen angereiste Bagersted zog nach der Erwärmung die Notbremse (siehe Interview). Sveinsson wollte das Turnier nicht überbewerten: "Die Ergebnisse waren bei der Konstellation zweitrangig. Ziel war, dass wir wieder Handball spielen und in den Rhythmus kommen."

Bereits in der Auftaktpartie gegen den schwedischen Erstligisten IFK Skövde zeichnete sich ab, dass die vielen Ausfälle durch die acht Youngster nicht zu kompensieren waren. Dabei lief es für die mit 3:0 (4.) und 6:2 (8.) gestarteten Magdeburger zunächst vielversprechend. Doch das Strohfeuer war schnell erloschen. Nach 15 Minuten Spielzeit wurden beim 7:7 die Seiten gewechselt. Und von da an lief nicht mehr viel zusammen. Sowohl im Angriff als auch in der Abwehr war der Wurm drin. Es fehlte die Abstimmung, vor allem aber die letzte Konsequenz. So wuchs der Rückstand auf vier Tore (10:14/26.). Der alte Kampfgeist flammte auf, doch zu spät, die Partie ging mit 15:16 verloren.

Auch gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke, das zuvor gegen Skövde 14:8 gewonnen hatte, gab es nichts zu holen. Nur mit dem Unterschied, dass der SCM noch früher hinten lag (2:5/10.). Der Ligarivale konnte in dieser Phase den Vorteil, nur einen für die WM abgestellten Akteur ersetzen zu müssen, nutzen. Der SCM hielt dennoch dagegen, glich zur Halbzeit zum 7:7 aus und ging gar durch den Jüngsten und Kleinsten, Nico Richter auf Rechtsaußen, mit 9:7 in Führung (17.). Doch die bessere Bank und damit das bessere Ende hatten die Lübbecker, die durch das 19:16 den Finaleinzug perfektmachten.

Der SCM fand sich dagegen im Duell der beiden Tabellenletzten gegen den Drittligisten Dessau-Roßlau wieder. Hier gab es ein Wiedersehen mit Ex-Trainer Uwe Jungandreas. Dessen Jungs schlugen sich wacker, lagen sogar beim 12:11 (18.) einmal in Front. Doch mit "Antreiber" Michael Haaß vermied die fast nur noch aus Youngstern bestehende SCM-Formation die Blamage und machte den 18:15-Sieg fest. "Klar, wir sind nicht angereist, um Fünfter zu werden, und vor allem das erste Spiel hätten wir gewinnen sollen. Aber das ist kein Beinbruch, denn mit den paar Männchen aus der ersten Mannschaft war es schwer. Drei Spiele nach der ersten Vorbereitungswoche - das war schon hart", erklärte Haaß, mit elf Treffern bester Schütze des SCM.

SC Magdeburg: Quenstedt, Ambrosius - Haaß 11/2, Grafenhorst 9, van Olphen 5, M. Gebala 5, T. Gebala 6, Sohmann 2, Zimmermann 2, John, M. Wasilewski 3, Richter 5.